BAD NENNDORF (Ka). "Was verstehen Sie unter Zivilcourage und wünschen Sie sich mehr Zivilcourage?" Mit diesen Fragen gingen die Schüler der 10. Klasse des Bad Nenndorfer Gymnasiums an die Öffentlichkeit und interviewten auf dem Wochenmarkt besonders ältere Mitmenschen.
Die Kooperation Schule, Präventionsrat und Seniorenbeirat der Samtgemeinde Nenndorf griff und so befragten die Schüler Björn Eggers, Robert Sperling, Christian Elster und Wilhelm Südekum aus Lauenau, was die Bürger über das soziale Handeln in spezifischen Situationen denken. Mit dem Wort "Zivilcourage" konnte nicht jeder Befragte etwas anfangen. Eine Seniorin setzte den Begriff mit Hilfsbereitschaft gleich, wünscht sich mehr Hilfe und Mitmenschlichkeit im alltäglichen Leben und eine andere Dame konnte mit dem Wort gar nichts anfangen. Fragezeichen machten sich breit und die Schüler informierten, dass sich Zivilcourage aus dem Lateinischen "civilis" für bürgerlich und "courage" (französisch "Mut") zusammensetzt. Das bedeutet, sich für andere einsetzen, sich engagieren, jemanden helfen, auch wenn andere schweigend wegsehen.
Dieses Handeln verlangt eine Menge Mut ab, denn neben der Gefahr birgt es auch Unannehmlichkeit und Ärger. Zu den jüngsten öffentlichen Fällen zählt die tödliche Zivilcourage eines 50-jährigen, der in der Münchner S-Bahn Kinder vor jugendlichen Tätern schützte und dafür mit seinem Leben bezahlte. Unfassbar, denn während alle Fahrgäste wegschauten, ergriff der mutige Helfer im Alleingang Eigeninitiative zum Schutz der verängstigten Kinder und wurde von den Tätern im Anschluss zu Tode geprügelt und getreten.
Viele befragte Nenndorfer Bürger konnten ebenfalls aus ihrem Erlebnisschatz berichten. Zwischen Hilflosigkeit und Gerechtigkeitssinn kamen Erinnerungen ans Licht. Die Schüler hörten aufmerksam zu und notierten sich die Schilderungen zur Auswertung und für einen Bericht in der Schülerzeitung. Foto: ka