1. Die Ausschussmitglieder nehmen das Entwicklungskonzept nur zur Kenntnis

    Kaufkraft soll von der Autobahn kommen / Planer fordert mehr Wohnraum und einen attraktiven Marktplatz

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    AUETAL-REHREN (tt). In der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses der Gemeinde Auetal nahmen die Ausschussmitglieder das von einem Ingenieurbüro erarbeitete Entwicklungskonzept für die Ortschaft Rehren zur Kenntnis.

    Zuvor hatten Anwohner, Gewerbetreibende und Grundstückseigentümer nach einer Informationsveranstaltung die Arbeitskreise "Bauen und Wohnen" und "Wirtschaft" gebildet und über mögliche Maßnahmen diskutiert. Dipl. Ing. Bernd Sieck vom Ingenieurbüro Grontmij/GfL aus Hameln stellte das Ergebnis in der Sitzung vor. Danach soll der Marktplatz umgestaltet und das leerstehende Ladenlokal mit Leben gefüllt werden. Zudem sollen neue Baugebiete ausgewiesen und das Gewerbegebiet erweitert werden. "Beachten müssen wir den Strukturwandel, den demografischen Wandel und die überregionale Planung", so Sieck. Laut Statistik gehe die Bevölkerungszahl im Auetal bis 2025 um rund zehn Prozent zurück. Wenn die derzeitige Einwohnerzahl gehalten werden soll, müsse man entsprechend gegensteuern.

    Nach den Berechnungen des Planers zum vorhandenen Wohnraum müssten in Rehren innerhalb der nächsten 15 Jahre 85 Wohneinheiten neu geschaffen werden. "Es gibt immer mehr Singlehaushalte, und wo früher mehrere Familienmitglieder unter einem Dach gelebt haben, nutzen heute statistisch nur noch 2, 3 Personen den Wohnraum", so Sieck. Neue Baugebiete siedelt der Planer westlich der Neubausiedlung "Ortheide" an.

    Auch das Gewerbegebiet soll laut des Entwicklungskonzeptes erweitert werden. "Hier muss man versuchen, die Kaufkraft von der Autobahn abzuschöpfen", so Sieck. Mit der unzufriedenden Verkehrssituation müsse man leben und die "Kröte" schlucken. Sieck empfahl, möglichst bald einen Bebauungsplan für die Erweiterung des Gewerbegebietes aufzustellen. Der Planer schlug außerdem den Bau eines Fuß-Radweges zwischen der Schulstraße und dem nördlichen Wohngebiet vor, sowie eine Querungshilfe am Marktplatz und eine Bedarfsampel an der Kreuzung "Obersburg" und Landesstraße 439. "Das sind die Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden sollten", empfahl der Diplom-Ingenieur. Als mittelfristig umsetzbare Maßnahmen nannte Sieck einen Kreisel an der Kreuzung Rehrener Straße / Marktplatz, ein überörtliches Radwegenetz und die Schaffung von ausgeschilderten Wanderwegen für die Naherholung, die Begrünung des Gewerbegebietes und des Bereiches zwischen der Schule und dem nördlichen Ortsrand, sowie eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und des Gastronomieangebotes. Langfristig im Konzept enthalten sind die Anlage eines Wanderparkplatzes und der Bau einer wettbewerbstauglichen Sporthalle. Wie Rolf Wittmann von den Grünen, dem einfach noch zuviel in den Plänen fehlt, äußerten auch andere Ausschussmitglieder ihre Bedenken.

    Wittmann hält eine Erweiterung des Gewerbegebietes in dem geplanten Bereich für fast unmöglich, weil dort ein Sumpfgebiet sei. "Uns fehlt eine vernünftige Anbindung an die Autobahn. Wir können nicht noch mehr Verkehr in Rehren gebrauchen", meinte der Ausschussvorsitzende Andreas Watermann. Außerdem vermisste er in der Planung die Weiterentwicklung des Ortskerns, vor allem im Bereich der "Alten Molkerei". Bürgermeistervertreter Karl-Heinz Büthe erklärte abschließend, dass die Bestandsaufnahme und Raumordnung notwendig sei und entsprechende Flächennutzungs- und Baupläne vorsorglich geändert werden müssten, um bei Anfragen von Gewerbe- oder Industriebetrieben nicht immer wieder einzeln beraten zu müssen. "Wir können nicht an vielen Stellen immer wieder basteln, sondern müssen eine Aussage für die nächsten 20 Jahre treffen", so Büthe abschließend. Foto: tt

    Rolf Wittmann möchte dem Entwicklungsplan nicht sofort zustimmen.

    Bürgermeistervertreter Karl-Heinz Büthe: "Wir brauchen Pläne für die nächsten 20 Jahre".

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