HASTE (Ka). Die Freiwilligen Feuerwehren Bad Nenndorf, Haste und Hohnhorst rückten zu einer Übung zum Gasthaus Seegers aus. Sichtlich erstaunt reagierten die Bürger, als in den Abendstunden fünf Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn in die Hauptstraße einfuhren und sich rund um das Gasthaus Seegers und am Bahnhof platzierten. Gemeldet wurde ein Dachstuhl-Brand in der Rockmeile "Schweinestall". Vor Ort befand sich bereits der 2. Haster Gruppenführer Stefan Daeves, der die Kameraden nur wenige Minuten nach Alarmierung auf dem Hof empfing. Mit dem Fortschritt der Technik haben die Sirenen ausgedient und der akustische Heulton ist verstummt. Hingegen informieren lautlose Funkmeldeempfänger die Wehrmitglieder und erteilen den Aktiven Einsatzbefehle. Bereits Tage zuvor plante die Wehr-Führungsspitze diese Übungseinheit, um einen realistischen Einsatz an einem unbekannten Objekt zu simulieren. Im Schweinestall befanden sich fünf Personen, die es zu retten galt. Mit schwerem Atemschutz und einer Wärmebildkamera machte sich der erste Trupp bereit, um sich Einlass in das Gebäude zu verschaffen. Doch ganz so leicht wurde es den Helfern nicht gemacht. Ein Metall-Gerüst versperrte den Eingangsbereich und so offenbarte sich den Kameraden bereits zu Anfang die erste Hürde, die sie bravourös mit dem Rüstzeug nahmen. Dichte Nebelschwaden zogen durch die Räumlichkeiten und die Atemschutzgeräteträger hatten große Mühe durch die Dunkelheit, nur im Schein ihrer Helmlampen mit schwerem Atemschutz und damit eingeschränktem Sichtfeld den schmalen Gang in unbekanntes Gefilde zu nehmen. Auf dem Boden befanden sich leblose Gestalten, die vom fingierten Feuer mit Rauchentwicklung überrascht wurden. Die Personen wurden nacheinander gerettet und zur Erstversorgung den Kameraden übergeben. Bei den Opfern handelte es sich um gute Schauspieler, denn von nicht ansprechbar über verwirrt bis hin zu Panikattacken legte sich jeder Akteur individuell ins Zeug. Der Löschtrupp hatte in dieser Zeit die Lage bereits unter Kontrolle, denn auch diese Aktion unterlag einer strengen Beobachtung. Wie bei Wettbewerben werden auch die Feuerwehr-Einsatzübungen bewertet. Die Aussprache zu den Auswertungsbögen und eine Manöverkritik erfolgten nach der Übung gleich im Anschluss.
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