RINTELN (ste). Für den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes, Ludwig Janssen, der eine Stellungnahme zu dem Antrag der WGS auf Einrichtung von fünf Notfall-Einheiten (Intensivbetten) nach Schließung des Kreiskrankenhauses abgegeben hatte, war es wie ein Schlag ins Gesicht, als Gert Armin Neuhäuser und Heinrich Sasse von der WGS seine Urteilsfähigkeit diesbezüglich in Frage stellten mit dem Hinweis, Janssen handele offensichtlich nach dem Motto "Wessen Brot ich ess‘, dessen Lied ich sing!"
Zu einer Notfall-Einheit in einem Krankenhaus gehört weit mehr als nur ein Bett und Intensivmedizin. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Ludwig Janssen, hält den WGS-Antrag zur Einrichtung von fünf Notfallbetten nach Schließung des Krankenhauses für nicht begründet.
Janssen hatte sich gegen eine solche Einrichtung von Notfallbetten ausgesprochen und dabei argumentiert, dass ein Rettungswagen heute quasi eine intensivmedizinische Ausrüstung mitführe und es keine Frage der Zeit sei, wann der Patient in das nächste Krankenhaus mit Intensivmedizin verlegt werden könne, sondern nur eine Frage der Zeit, wann der Krankenwagen beim Patienten eintreffe.
Neuhäuser kritisierte, dass der Landkreis das Rintelner Krankenhaus immer weiter ausbluten lasse zur Vorbereitung der Schließung. Die Planungen für den Standort Vehlen hätten für die Patienten in Rinteln und seinen Ortsteile "harte Konsequenzen". Neuhäuser mutmaßte in seinem Schreiben an den Bürgermeister gar, dass es aufgrund der Zeitspanne bis zum Transport in das Krankenhaus zu Todesfällen kommen könnte, die bei der Einrichtung von fünf Notfall-Einheiten (Intensivbetten) im jetzigen Krankenhaus vermieden werden könnten. Dem widersprach Janssen ausdrücklich und er sah sogar Verbesserungen für die Patienten, die bei akuten Herzproblemen nicht mehr in die Kardiologie nach Stadthagen oder Bad Oeynhausen müssten, sondern einen verkürzten Weg nach Vehlen hätten. Zu einer funktionierenden Notfall-Einheit, so Janssen, gehörten neben den Betten auch noch ein Labor, eine radiologische Abteilung und ein CT-Gerät.
Wütend reagierte auch Ursula Helmhold von den Grünen auf den Antrag der WGS: "Ich höre hier nur Halbwahrheiten, Unterstellungen und fachunkundige Mutmaßungen!" Schlauer, so Helmhold, wäre es von der WGS gewesen, nach der Stellungsnahme von Ludwig Janssen den Antrag zurückzuziehen.
Als unlauter sah auch Gerlinde Göldner-Dorka den Antrag: "Es gibt keine medizinischen Gründe, die für eine solche Einrichtung sprechen!" Und auch Ulli Goebel von der CDU unterstrich, dass sich die CDU besonders um die Gesundheit der Menschen sorge: "Und gerade deshalb sollten wir keine Notfallbetten im dann geschlossenen Krankenhaus Rinteln einrichten!" Er betitelte den WGS-Antrag als "populistische Panikmache" und selbst Astrid Teigeler-Tegtmeier, die sich als Krankenhausmitarbeiterin sonst aus diesem Themenbereich heraushält, konstatierte: "Wenn Sie hier von "...diesem Herrn Janssen" reden und ihm unterstellen, dass er sich nicht von seiner rettungsmedizinischen Erfahrung, sondern von seinem Arbeitgeber leiten lässt, so sage ich Ihnen: Es ist eine Frechheit, wie sie mit diesem vernünftigen Arzt umgehen!"
Foto: ste