RODENBERG (al). Drei Tage nach der Jahresversammlung des Rodenberger Gewerbevereins ist der bisherige Kassenwart Matthias Pfadler mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Pfadler hatte schon vor Tagen sein Ausscheiden schriftlich angekündigt – zunächst jedoch erst zum Jahresende 2010. Doch das erfuhren die Mitglieder nicht.
Über die Finanzen des Vereins wurde in der Versammlung ausführlich diskutiert. Denn die Neu- und Ersatzaufwendungen für die Weihnachtsbeleuchtung in Höhe von 2500 Euro, die Anschaffung einer Stellwand für tausend Euro und etliche Werbemittel summierten sich im abgelaufenen Jahr zu einem Fehlbetrag. Anfangs war in der Versammlung von einem Minus in Höhe von 4600 Euro die Rede.
Doch diese Summe stimmt, wie Nachfragen des SW ergeben haben, nicht: Die gesamten Ausgaben lägen nur um 600 Euro über den Einahmen der letzten zwölf Monate, erklärte Ebertz zum Wochenbeginn. Bereits in der Versammlung hatte er sich nicht beirren lassen: "Wir sind kein Sparverein", erklärte er den Mitgliedern, "und wollen Werbung für Rodenberg machen". Bernd Oberheide assistierte: "Diese Anschaffungen haben für die nächsten 20 Jahre Bestand."
Über wieviel Geld der Gewerbeverein Ende 2009 tatsächlich noch verfügte, wurde indes nicht mitgeteilt. Auch der bisherige Kassenwart Matthias Pfadler gab dem SW keine näheren Auskünfte und verwies an den Vorsitzenden. Dieser bezifferte den aktuellen Kassenstand am Jahresbeginn schließlich auf etwas über 9000 Euro.
Pfadler erklärte dem SW jedoch in diesem Zusammenhang, dass er bereits Ende Februar zurückgetreten sei. Der Vorstand hatte diese Information in der Jahresversammlung indes nicht bekannt gegeben. "Das musste ich auch nicht", erwiderte jetzt Ebertz, weil Pfadler das Amt – so zitiert der Vorsitzende aus dessen Schreiben wörtlich - "zum Jahresende 2010 niederlegen möchte".
Was aber in den Tagen vor und nach der Jahresversammlung des Gewerbevereins sich noch hinter den Kulissen ereignet haben mag, ist bislang unklar. Pfadler erklärte jedenfalls am vergangenen Montag das sofortige Ausscheiden aus seiner bisherigen Funktion – und teilte dies dem Vorsitzenden schriftlich mit. Ebertz ("Ich fühle mich wie vor den Kopf gestoßen.") will jetzt den Vorstand einberufen und eine Nachfolgelösung finden.