RODENBERG (pd). Der zuständige Fachausschuss hat empfohlen, für die Fußballtore auf dem Spielplatz im Wohngebiet "Steinriesen" einen neuen Standort zu finden. Hintergrund dieser Entscheidung war eine von den Eheleuten Schwartz vorgetragene Bitte (wir berichteten). Der danach tagende Verwaltungsausschuss schloss sich der Empfehlung an. "Ende gut - alles gut"? Mitnichten, denn die Auslöser dieser Entscheidung fühlen sich nicht nur in einem entsprechenden Nachbericht im "Schaumburger Wochenblatt" falsch zitiert, sondern jetzt auch Repressalien ausgesetzt. "Wir haben grundsätzlich nichts gegen Kinder und auch nichts gegen den Spielplatz" machen sie ausdrücklich klar.
Ira und Martin Schwartz war natürlich bekannt, dass ihr Grundstück direkt an einen Spielplatz grenzt. Die Tore, die dann den Platz zu einem Bolzplatz werden ließen, hätten bei ihrem Einzug dort aber noch nicht gestanden. In einem Schreiben haben sich die Eheleute im Mai 2009 an die Gemeinde gewandt mit der Bitte, den Bolzplatz zu verlegen. Sie hatten in ihrem Brief, der in der Fachausschusssitzung auch Gegenstand der öffentlichen Beratung war, ausführlich dargelegt, welchen Lärmbelästigungen sie ausgesetzt seien. Mit Verwunderung mussten die Eheleute Schwartz jetzt feststellen, dass der Inhalt ihres Schreibens offensichtlich vielen bekannt zu sein scheint. "Wir haben uns mit unserem Schreiben vertrauensvoll an die Gemeinde gewandt und es irritiert uns schon sehr, dass mittlerweile scheinbar Jedermann mit dessen Details und Inhalten vertraut zu sein scheint", beklagt sich Martin Schwartz in einem Pressegespräch, in dem es den Eheleuten vor allem darum geht klarzumachen, dass sie sich den Beschluss nicht "erschlichen" hätten.
Denn mittlerweile fühlt sich die Familie in der eigenen Nachbarschaft an den Pranger gestellt. Vor allem legen Ira und Martin Schwartz großen Wert auf die Feststellung, sie hätten zu keinem Zeitpunkt in der entscheidenden Ausschusssitzung auf Nachfrage behauptet, "bestimmt noch zehn weitere Anlieger sind der gleichen Meinung wie wir". Richtig sei dagegen, sie beide hätten bei der Frage nach Meinung anderer Anwohner ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie keine Umfrage bei den Nachbarn zu diesem Aspekt gemacht hätten und daher auch nicht für diese hätten sprechen können.
Außerdem hätten sie in der Sitzung eingeräumt, dass es durchaus auch andere Meinung als ihre geben könne. "Dennoch hat das Gremium aus sachlichen Erwägungen heraus den entsprechenden Beschluss gefasst", erinnert Martin Schwartz. Und er fügt weiter an: "Wir würden auch nicht wollen, dass Andere uns ungefragt für ihr Anliegen vereinnahmen. Uns ist daher sehr daran gelegen, diese Darstellung zu korrigieren und den Sachverhalt aufzuklären". Die Entscheidung für die Entfernung der Tore habe sie im ersten Moment gefreut. "Dies unter anderem auch, weil nach unserer Wahrnehmung auch an eine Ersatzlösung für die Fußballspieler gedacht wurde und niemand einen wirklichen Nachteil erleiden würde". Doch aufgrund von "Fehlinformationen", wie die Eheleute es ausdrücken, und manche Art von Unmutsbekundungen, fühlen sie sich jetzt zunehmend bedrängt. "Wir haben immer versucht, in der Sache klar und deutlich zu argumentieren, aber in keinem Fall persönlich angreifend zu werden. Wir merken derzeit jedoch, dass dies scheinbar nicht allen Beteiligten gelingt", bedauern beide. So wurde beispielsweise vor wenigen Tagen ihr Haus beschmutzt.
Der zumutbare Punkt sei deutlich überschritten, so Ira und Martin Schwartz.