1. In einigen Gemeinden wird das Licht ausgehen

    Pfarrstellenplanung der Landeskirche Schaumburg-Lippe / Teilzeitstellen denkbar

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    LANDKREIS (ih). Fest steht eigentlich noch nichts. Doch während einer informellen Arbeitstagung der Synode der Landeskirche Schaumburg-Lippe hat sich in der aktuellen Pfarrstellenplanung eine neue Tendenz entwickelt. Neben den angestrebten Kooperationen zwischen einzelnen Gemeinden wird in einigen Pfarrhäusern das Licht ausgehen.

    Teilzeitstellen sind neu im Gespräch, so Jörg Böversen, Vorsitzender des Pfarrstellenplanungsausschusses.

    Auf Nachfrage des Schaumburger Wochenblattes sagte Landesbischof Dr. Karl Hinrich Manzke, dass es durchaus möglich sei, dass sich zwei Gemeinden künftig eine Pfarrstelle teilen müssten.

    Rückblick: Im Herbst 2008 stellte die Landeskirche ein erstes Konzept zur Pfarrstellenplanung vor. Sieben Pastoren sollen dadurch langfristig eingespart werden, um den Haushalt der Landeskirche langfristig zu entlasten. Dabei hatte die Residenzpflicht der Pastoren vor Ort noch im Mittelpunkt gestanden. "In jedem Pfarrhaus brennt noch Licht." war das markanteste Bild, das die Kirchenleitung damals wählte. Schon Altbischof Jürgen Johannesdotter hatte kurz vor seinem Amtsende gesagt, die Präsenz eines Pastors vor Ort sei "keine heilige Kuh".

    Jetzt ist diese Aussage nur noch eine "Arbeitshypothese", so der Präsident der Synode, Klaus-Dieter Kiefer am Mittwoch vor Journalisten. Die Gemeinden werden weiterhin eigenständig bleiben. "Wir wollen in die Struktur der Kirche so behutsam wie möglich eingreifen," so Manzke.

    Bisher gibt es in der Landeskirche Schaumburg-Lippe ausschließlich ganze Pfarrstellen. "Teilzeitstellen sind während der Arbeitstagung neu aufgeworfen worden," sagte der Vorsitzende des Pfarrstellenplanungsausschusses Jörg Böversen. Es gebe derzeit viele Pastoren "älteren Semesters", die sich vielleicht auch mit einer 75-Prozent-Stelle zufrieden geben könnten. Weiterhin stehe der Nachwuchs vor der Tür. Dieser könnte über eine Teilzeitstelle integriert werden.

    Vor allem für die Gemeinden, die derzeit nach den Kennzahlen des Landeskirchenamtes überbesetzt sind, ist die Entwicklung weg von Vollzeit- hin zu Teilzeitpastoren wichtig für die Planung.

    Wie die Kooperationsbemühungen im Einzelnen vorangehen, wollte Böversen noch nicht öffentlich machen. Zwar gebe es Gemeinden, die aktiv aufeinander zugingen. Doch vor einer Vereinbarung oder gar einem Start befinde sich noch keine. Bei Bedarf werde es die Möglichkeit geben, den Prozess des neuen Miteinanders von außen begleiten zu lassen. Für die Frühjahrssynode am 29. Mai wird die Pfarrstellenplanung erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Zunächst als Zwischenbericht des Ausschusses. Kiefer sagte, dass zur Synode im Herbst die Richtung aber klar sein soll. Am Ende soll ein umfassendes Konzept stehen. "Hier wollen wir möglichst viele Menschen mitnehmen und nicht etwas überstülpen." Foto: ih

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