OBERNKIRCHEN (ih). Seit zwei Jahrzehnten diskutiert der Rat der Stadt Obernkirchen über die Sanierung des Rathauses. Die finanzielle Situation lässt die ursprüngliche Planung nicht zu (wir berichteten).
In der vergangenen Woche hat der Rat nun einer abgespeckten Version zugestimmt. Lediglich Brandschutz, Barrierefreiheit im Erdgeschoss und einige energetische Maßnahmen sind mit den 590000 Euro noch zu realisieren.
Wilhelm Mevert (SPD) sagte, dass das Rathaus das Aushängeschild einer Gemeinde sei. Zwar könnten nun die Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Aber mehr "können wir uns einfach nicht leisten". Der Rathausumbau müsse jetzt auf den Weg gebracht und nicht nocheinmal zerredet werden.
Martin Schulze-Elvert (CDU) bestätigte die Worte Meverts. "Das wird kein Wünsch-Dir-was-Umbau, sondern ist ein Muss." Bernd Kirsch sagte für die Gruppe WIR/Grüne, dass die Stadt eingeholt würde von der Realität.
Der Umbau sei auf das Nötigste reduziert und es müsse bei den geplanten 590000 Euro bleiben.
Einzig Irmhild Knoche schlug kritische Töne an. Sie werde sich zur Abstimmung enthalten. Zwar bewertete sie die Brandschutzmaßnahmen positiv. Aber der Rest der Gestaltung, vor allem die Fensterfronten, stünden im Gegensatz zu der weiteren Verschlechterung des Innenstadtbildes. Sie sehe keinen Gestaltungswillen bei den großen Fraktionen.
Bürgermeister Oliver Schäfer ließ im Anschluss an Knoches Stellungnahme ein kleines Donnerwetter los. Es gebe gegenläufige Entwicklungen. In den letzten Monaten seien Leerstände beseitigt worden. Vor allem auf der Langen Straße und am Markt habe sich das Bild verändert. Im aktuellen Haushalt seien 20000 Euro für die Gestaltung von Fassaden eingeplant, der Marktplatzumbau werde trotz knapper Kassen in kleinen Schritten begonnen. Zu sagen, die Stadt kümmere sich nicht um die Innenstadt sei die falsche Botschaft. "Wir machen viele kleine Dinge," so Schäfer. Im Juni solle es beispielsweise den "Tag des offenen Leerstandes". Ein eigenes Umnutzungs- und Gestaltungskonzept, ein Existenzgründerprogramm seien mit Bordmitteln selbst vor der miserablen finanziellen Lage angeschoben worden. "Das sind die positiven Botschaften: Lassen Sie uns das nach vorne bringen." schloss Schäfer.