1. Einbrecher essen Süßigkeiten der Kinder

    Fünf Jugendliche steigen in Kindergarten ein / Verfahren wegen Sachbeschädigung

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    LAUENAU (mk). Am Freitag, dem 26. Februar, gegen 17.35 Uhr, wurde der Bad Nenndorfer Polizeidienststelle mitgeteilt, dass beim Kindergarten (KiGa) in der Molkereistraße Fenster und Türen geöffnet sind. Eine Nachbarin hatte dies festgestellt und die Leiterin des KiGa informiert. Schnell stand fest, dass der KiGa gegen 15.30 Uhr von der letzte Mitarbeiterin verlassen wurde, sie hatte die Fenster und Türen verschlossen. Der Zeugin waren kurz zuvor auf dem KiGa-Gelände mehrere Jugendliche aufgefallen, die dort geraucht und Alkohol getrunken hätten.

    Die Zeugin habe recht gute Beschreibungen der Personen abgeben können, so die Polizei. Beamte des Einsatz- und Streifendienstes sowie des Kriminalermittlungsdienstes wurden umgehend zum Tatort entsandt.

    Sie trafen zwei Jugendliche in der Nähe des KiGa an. Sie stritten zunächst ab, im KiGa gewesen zu sein und "hatten aber auch gar nichts mit der Tat zu tun", so KHK Böttcher, der mit vor Ort war. Durch weitere Ermittlungen und Befragungen konnten die anderen drei Jugendlichen ermittelt werden, die sich zuvor am KiGa aufgehalten hatten. Sie wurden in der Nähe der Eisbahn angetroffen. Die Jugendlichen sind zwischen 15 und 16 Jahre alt und stammen aus Lauenau, Rodenberg und Umgebung. Die Tatortaufnahme ergab, dass durch kräftiges Einwirken auf eine Seitentür ein widerrechtliches Eindringen in den KiGa erfolgte.

    Hier wurden systematisch alle Räume aufgesucht und Behältnisse geöffnet.

    Noch im Tatobjekt wurden Süßigkeiten der KiGA-Kinder verzehrt. Sachbeschädigungen erfolgten durch Verschmieren von Zahnpasta in mehreren Räumen und das Zerstören von leeren Eiern, die für die Osterbasteleien gesammelt waren. Ein Lederfußball wurde entwendet, der später in der Nähe wieder aufgefunden werden konnte. "Selbst wenn der materielle Schaden in diesem Fall relativ gering ist, kann andererseits eine erhebliche kriminelle Energie festgestellt werden", so Böttcher.

    Nach anfänglichem Leugnen gestanden die fünf Jugendlichen ihre Tatbeteiligung ein. "Die aktive Beteiligung bei diesen Geständnissen war unterschiedlich – deutlich größer war sie in der Beteuerung der Unschuld und dem, was der Einzelne nicht gemacht hatte", erklärte POK Detlev Wenthe, der als Mitarbeiter der PSt Lauenau diesen Vorgang weiter bearbeiten wird. Bei diesem Einsatz konnte POK Wenthe gleich noch eine Sachbeschädigung am KiGa vom 22. Februar aufklären, ein zunächst Unbekannter hatte eine Außenjalousie zerstört. Gegen einen 14-jährigen Jugendlichen aus Rodenberg läuft jetzt ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung. Zwei der 15-jährigen Jugendlichen hatten je eine Flasche 18-prozentigen Alkohol dabei.

    Ein 19-Jähriger aus Lauenau hatte diesen für die Jugendlichen in einem Supermarkt gekauft. Diesen erwartet nun eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige wegen Abgabe von Alkohol an Minderjährige. Bei der Durchsuchung der Jugendlichen wurde bei einem 15-Jährigen außerdem eine Schachtel Zigaretten gefunden, die er in einem Geschäft in Rodenberg gekauft hat. Da auch hier ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz vorliegt, wird eine Ordnungswidrigkeiten gegen diesen Geschäftsinhaber gefertigt. Die fünf Jugendlichen wurden entweder von den Eltern am Tatort abgeholt beziehungsweise durch die Polizei – kostenpflichtig – den Erziehungsberechtigten zugeführt.

    Ein 15-jähriger aus Rodenberg wurde zuvor noch erkennungsdienstlich behandelt. Dieser Jugendliche war in letzter Zeit mehrfach mit dem Gesetz in Berührung gekommen.

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