1. Von lappigen Badeanzügen und "warmen" Farben

    Bad Nenndorfer Schüler beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" erfolgreich / Engagiertes Forschen zahlt sich aus

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    BAD NENNDORF (pd). Wieder sind Schüler des Gymnasiums Bad Nenndorf mit einigem Erfolg beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" dabei gewesen.

    Alle drei Schülergruppen haben sich mit Themen aus dem Fachgebiet "Arbeitswelt" befasst und konnten damit die Jury beeindrucken. Die "Tüftler von morgen" haben sich Anfang Februar in Hannover der Bewertungskommission gestellt und dabei ausführlich ihre Arbeiten und Ergebnisse präsentiert. Am Ende sind alle Gymnasiasten mit einem zweiten Platz belohnt worden. Das hat auch Fachlehrer Markus Hoffmann gefreut, der die jungen Forscher bei ihrer Arbeit betreut hat.

    Die jüngsten Teilnehmer vom Gymnasium Bad Nenndorf waren Andrej Michaelis und Simon Grobleben aus dem fünften Jahrgang. Das Team ist aufgrund seines Alters in der Juniorensparte "Jugend experimentiert" in den Wettbewerb gegangen. Die beiden Jungen interessierten sich für die Frage, wie ein so genannter "Feuchtemesser" funktioniert und wie zuverlässig dieses in jedem Baumarkt erhältliche kleine Gerät ist. Nach zahlreichen Experimenten konnten die zwei am Ende nachweisen, dass dieses Messgerät wirkungsvoll den Feuchtigkeitsgehalt in Holz aufzeigen kann. "Wichtig für alle Leute, die sich im Wald ihr Feuerholz holen", ergänzt Lehrer Hoffmann die Erklärungen von Andrej.

    Abgesehen von diesem Ergebnis hätten die beiden Jungen mit ihren Experimenten, den dazu gehörenden Messreihen, der Dokumentation und der Präsentation zum Abschluss die Voraussetzungen für eine fundierte wissenschaftliche Arbeit geschafft. Überhaupt eine wichtige Zielvorgabe bei "Jugend forscht", denn die Teilnehmer sollen langfristig für naturwissenschaftliche, mathematische oder technische Themen begeistert werden und ihre Begabungen über den Wettbewerb hinaus für eine spätere berufliche Orientierung eingesetzt werden.

    Drei bis vier Monate dauerte die Forschungsarbeit für alle Teilnehmer vom Gymnasium Bad Nenndorf.

    Auch Nina Zaremba und Jan-Henrik Rose aus dem Jahrgang zwölf suchten sich mit ihrem Thema etwas "Alltagstaugliches". "Warum leiern Badehosen und Badeanzüge so schnell aus und warum behalten die wenigstens Kleidungsstücke für den Sport im Wasser ihre Farben über einen längeren Zeitraum?" Nina Zaremba, selber aktive Schwimmerin, hat sich oft genug darüber geärgert, dass die relativ teuren Badeanzüge durch Chlor oder Salz doch arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Am Ende ihrer Versuchsreihen stand die Erkenntnis, dass Badeanzüge und -hosen aus blauer Baumwolle noch die längste Haltbarkeit aufweisen. Moderne Materialien wie Nylon oder Polyamid halten nicht so lange, so das Fazit der beiden Oberstufenschüler.

    Überzeugen konnten auch Stephan Ferenz, Felix Köneke und Maximilian Prusch. Sie befassten sich mit der Frage, ob es tatsächlich eine "wärmespeichernde Anstreichfarbe" für die eigenen vier Wände gibt und wie so etwas funktioniert. Um die notwendigen Messreihen durchführen zu können, bauten die drei Jugendlichen aus dem Jahrgang neun zwei gleich große Kisten, bemalten die Innenwände der einen mit der besagten "Energiesparfarbe" und die zweite mit Normalfarbe und untersuchten die jeweiligen "Raumtemperaturen" unter verschiedenen Bedingungen. Laut ihren Erkenntnissen könne man mit der Spezialfarbe tatsächlich Temperaturvorteile erzielen und damit bares Geld sparen - über eine Laufzeit von fünf Jahren bei einer Raumgröße von 32 Quadratmetern.

    Selbstkritisch gingen die Schüler nach der Präsentation und Bewertung mit ihren Arbeiten ins Gericht. "Wir haben auf viele Fragen der Jury keine Antworten gehabt und auch gemerkt, dass wir das eine oder andere schon anders hätten angehen können", so Maximilian Prusch. Trotz aller Arbeiten mit den Experimenten und der Gestaltung der Ausstellungsstände wollen er und seine Gruppe wohl auch beim nächsten Wettbewerb "Jugend forscht" für das Gymnasium wieder Flagge zeigen. Sie und ihre Mitstreiter von der Schule haben die Teilnahme in Hannover genossen. Zusammen waren 60 Schülerinnen und Schüler in 40 Gruppen beim Regionalwettbewerb dabei.

    "Die Schüler haben zwar das Rad nicht neu erfunden, aber viel für sich selbst mitgenommen. Sie haben in den vergangenen Monaten gelernt, wissenschaftlich zu arbeiten und sich für eine Sache mit Begeisterung eingesetzt", lobt Fachlehrer Hoffmann. Durch Telefonate mit Firmen, durch die Befragung der Jury bei der Präsentation und die Abfassung der schriftlichen Ausarbeitung zum Wettbewerbsprojekt hätten die Jugendlichen wichtiges Rüstzeug für die Zukunft erworben, stellt der Chemie- und Mathematiklehrer heraus. Foto: pd

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