HANNOVER (ro). Es knistert bei den Roten. Die Lage im Abstiegskampf der Bundesliga ist bedrohlich. Die Nerven liegen nach acht Niederlagen in Folge bei Hannover 96 in Folge blank. 96-Präsident Martin Kind kämpft mit allen Mitteln um den Klassenerhalt. Er wirkt dabei allerdings dünnhäutiger denn je. Markig forderte er auf einer Veranstaltung im Schaumburger Land die Fans zur Unterstützung auf. Die ganze negative Stimmung im Umfeld prangerte er massiv an. Dabei steht es im eigenen Haus aber auch nicht bestens. Neu-Trainer Mirko Slomka muss dabei mit dem Makel leben, dass er eigentlich nicht erste Wahl für die Mission Klassenerhalt gewesen ist. Kind hätte lieber einen erfahrenen Feuerwehrmann für den Abstiegskampf verpflichtet. Slomka wirkt derzeit ratlos. Gestützt auf einen Pool von Experten scheint hinsichtlich der Motivation dennoch weiterhin vieles im Argen. Selbst das Minimum an kämpferischer Einstellung fehlte bisher der Mannschaft. Ohne Kampfgeist wird 96 diesen brisanten Abstiegskampf aber nicht bestehen können. Die Konkurrenten Hertha BSC, 1. FC Nürnberg und der FC Freiburger wirken nicht nur in kämpferischer Hinsicht viel einsatzfreudiger und vor allen Dingen auch spielstärker. Bei den Roten läuft nichts zusammen. Die Partie in Dortmund war schon fast ein Offenbarungseid. Die Androhung von Konsequenzen nützt da wenig. Slomka fehlen einfach für Umstellungen die Alternativen. Zu allem Überluss muss Hanno Balitsch wegen einer Knieverletzung für mindestens zwei Wochen pausieren. Die Rückkehr von Leon Andreasen scheint sich ebenfalls noch weiter zu verzögern. Dafür stehen Arnold Bruggink und Karim Haggui wieder zur Verfügung. Taktisch bastelt Slomka noch an der Aufstellung. Eine Pause wird wohl Konstantin Rausch erhalten. Um wieder mehr Stabilität in die Defensive zu bringen dürften wohl Karim Haggui und Christian Schulz wieder die Innenverteidigung bilden. Constant Djapka könnte auf links verteidigen.
Konsequenz am Mann wird immens wichtig gegen den VfL Wolfsburg. Die Stürmer Dzeko und Grafite zeigen wieder Torhunger. Trainer Lorenz-Günther Köster hat den Wölfen wieder Leben eingehaucht. Die Mannschaft tritt wieder als Einheit auf. Beim den wiedererstarkten Wolfsburgern ist vor allen Dingen die Angriffsstärke wieder zurück. Mit 4:1 gewann der VfL in der Europa League gegen den FC Villareal und zog damit in das Achtelfinale ein. Köster zeigte sich nach diesem Superspiel von der Spielfreude begeistert. Dazu gesellt sich zurückgewonne Kraft und Zuversicht. Die VfL-Crew will mit diesen Aufwärtstrend auch das Nordderby siegreich gestalten. Munter wirbelten die 96-Spieler unter der Woche in einer Rubgy-Einheit beim Training. Die Scheu vor dem Zweikampf sollten die Spieler dabei abschütteln. Rangeln und Klammern - immer hart am Gegner, so wünschen sich auch die Zuschauer im Derby die 96-Spieler. Zeigen die Roten wenigsten solide Arbeit, braucht sich der Präsident nicht um Unterstützung durch die Fans zu sorgen. Klappt es damit erneut nicht, wird Kind wohl doch noch "die Feuerwehr" alarmieren. Eines ist sicher: Kind wird alle Register in diesem Überlebenskampf ziehen. Foto: bb