RINTELN (ste). Jochen Brinkmann und Andreas Czymai von der Technischen Universität Clausthal sind bundesweit unterwegs in Sachen Werbung; und zwar Werbung für Bildung. Nicht irgendeine, sondern spezifisches Wissen in Chemie und Physik, auf das sich die TU im Harz eingestellt hat. Das es dort nicht um graue Theorie geht, sondern um spannendes Erleben physikalischer und chemischer Eigenschaften verschiedener Stoffe, das demonstrierten die beiden auf anschauliche Weise vor Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Ernestinum aus den Leistungsklassen Physik und Chemie.
Mit einer mobilen Gießerei und weiteren spannenden Experimenten zeigten sie, wie die Naturwissenschaften das Leben im Alltag bestimmen. So wird bei einer Bronze-Glocke der Klang ausdrücklich gewünscht, wobei diese Schwingungen bei einer Schiffsschraube absolut unerwünscht sind. Legierungen mit anderen Metallen schaffen dann Abhilfe, behalten die Funktion der Stoffe bei und verändern dennoch deren Eigenschaften erheblich. Wie intelligent dabei Metall sein kann, zeigten die TU-Mitarbeiter am Beispiel einer überdehnten Stahlfeder: "Eingetaucht in den heißen Morgenkaffee nimmt sie ihre ursprüngliche Form wieder an", so Brinkmann, der die Werkstoffeigenschaften von "Memory-Metall" auf diese Weise veranschaulichte.
In Formsand goß das Team dann im Freien aus einer Aluminium-Silicium-Legierung die "Heilige Barbara", die Schutzheilige der Bergleute. Passend zum Standort der TU in Clausthal im Harz, wo unter anderem in den Bereichen Energie und Rohstoffe, Natur- und Materialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Mathematik, Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik geforscht und gelehrt wird.
Bewusst legt die TU dabei ihren Schwerpunkt auf einer Vernetzung von Natur-, Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften innerhalb einer anwendungsorientierten Forschung. In Clausthal studieren 3.200 junge Menschen und die TU beschäftigt dafür etwa 1.100 Mitarbeiter.
Günter Böhm, zuständiger Fachbereichsleiter für Chemie im Rintelner Gymnasium, freute sich über das große Interesse der Schülerinnen und Schüler an den Vorführungen der Universität und will jetzt die Zusammenarbeit mit Brinkmann und Czymai vertiefen und sie in jedem Schuljahr einmal nach Rinteln holen. Foto: ste