RINTELN (km). "Als Vertreter des Niedersächsischen Heimatbundes e.V. kam ich gern nach Rinteln, um für die Zukunft Ihres Vereins und unseres Verbandes eine lebendige Partnerschaft zu begründen." Mit diesen Worten im Gästebuch des Arbeitskreises Denkmalschutz Rinteln setzte Verbandsgeschäftsführer Dr. Wolfgang Rüther aus Hannover jetzt im Bürgerhaus den protokollarischen Schlusspunkt nach einem für beide Seiten fruchtbaren Rundgespräch.
Denkmalschutz gehöre zu den zentralen Aufgaben des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB), betonte der Referent. Der Dachverband mit mehr als 400 örtlich und überörtlich auf dem Gebiet der Heimatpflege tätigen Vereinen, Verbänden und Institutionen einschließlich Kommunen vertrete die Belange der Denkmal- und Heimatpflege vor allem gegenüber dem Land. "Die Vernetzung unseres Verbandes mit und in der Region", so Rüther, "ist dafür von großer Bedeutung."
Wie das in der Praxis funktionieren kann, illustrierte Rüther beispielhaft, als er gleich zu Beginn den Rintelner Denkmalschützern eine koordinierte Aktion aus dem Jahr 2002 in Erinnerung rief. Damals hatte der NHB in seiner dem Ministerpräsidenten überreichten "Roten Mappe" eine Initiative des Arbeitskreises aufgegriffen und mit Erfolg gefordert, die ministerielle Entscheidung gegen die Anerkennung des Geßnerschen Hauses am Kirchplatz als Baudenkmal zu revidieren.
"Ihr Verband lobt uns zu wenig," bekämen Rüther und das Präsidium des vom Land finanziell unterstützten NHB von Politikern bisweilen zu hören - und auch den Mitgliedern des Arbeitskreises sei derartige Kritik hier vor Ort nicht unbekannt. "Aber," so Rüther, "das ficht hier in der großen Runde niemanden an."
Das gemeinsame Selbstverständnis von Verband und Arbeitskreis brachte der Verbandsgeschäftsführer folgendermaßen auf den Punkt: "Wir sind Anwälte des baukulturellen Erbes; unsere Aufgabe ist es, unsere Sachargumente jeweils an die Entscheidungsträger heran zu tragen und dafür Sorge zu tragen, dass diese Argumente dort bei der Abwägung mit anderen Belangen ihrem Gewicht entsprechend auch berücksichtigt werden." Ganz wichtig sei dabei die Transparenz der Entscheidung: "Die Herstellung der Öffentlichkeit ist da oft unsere einzige Waffe." Der als Gast eingeladene Bauausschuss-Vorsitzende Günther Maack zögerte nicht mit seiner ausdrücklichen Zustimmung. Natürlich sei der Arbeitskreis Denkmalschutz "bisweilen lästig" - "aber das ist auch seine Aufgabe." Die Kommunalpolitiker müssten allerdings auch andere Belange im Blick behalten. -
Als "Knackpunkt"für den Denkmalschutz sprach Rüther schließlich den demografischen Wandel an. Speziell in den ländlichen Regionen wachse die Zahl der Leerstände von denkmalgeschützten Gebäuden bedenklich und werfe damit ganz neue Fragen auf. Die vom zuständigen Minister kürzlich berufene "Niedersächsische Denkmalkommission" habe auch deshalb (unter der Leitung ihres Vorsitzenden Dr. Rüther) beschlossen, alsbald die Förderung des ländlichen Raumes zu ihrem Thema zu machen.
Mit gleich zwei Versprechen verabschiedete sich Dr. Rüther unter Beifall ringsum: "Das Präsidium des NHB wird Ihren Aufnahmeantrag sehr gerne annehmen, und ich werde nächstes Jahr ebenso gerne wiederkommen". Foto: privat
Dr. Wolfgang Rüther setzt sich für den Schutz alter Mauern ein.