1. Nach Kopenhagener Desaster jetzt die "Grüne Rintelner Energie-Resolution"

    Kohle und Atom abschalten / Energie-Effizienz und erneuerbare Energien ausbauen

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    RINTELN (ste). Beispiele, die das Leben eines Ökostromanbieters von Großanlagen schwer machen, kannte Dieter Ahrens vom gleichnamigen Solarstrom-Fachbetrieb in Bückeburg reichlich. Aus "reiner Willkür" würden Netzschränke von den Netzbetreibern gefordert, die es noch gar nicht auf dem Markt gibt, bräuchte man Lagepläne oder setze plötzlich Hürden, die es den Anlagen erschweren, ans "Netz" zu gehen. Doch es gibt auch Beispiele, wie es gut laufen kann.

    Und so trafen sich die Kreisverbände der Grünen aus Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden nicht ohne Grund bei den Stadtwerken Rinteln: "Hier ist ein Paradebeispiel, wie es laufen kann", lobten die Grünen Stadtwerke-Chef Jürgen Peterson und Ursula Helmhold führte dies auch ein Stück weit zurück auf die Auswirkungen Grüner Politik in Rinteln und die Tatsache, dass die Grünen seit Jahren auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke sitzen. Warum andere Energieversorger diesem Beispiel nicht folgen, liegt auf der Hand. Strom aus regenerativen Energiequellen ist noch teuer und zahlen muss der Versorger an die Stromproduzenten. In Rinteln gibt es diese Vorbehalte nicht: "Wir haben einen sehr kurzen Dienstweg für die überschaubaren Förderanträge", so Peterson. Die politischen Konsequenzen aus den Hemmschuhen zog Helmhold, die für die Grünen im Niedersächsischen Landtag sitzt, schnell: "Wir müssen wieder die Macht über die Netze bekommen!" Und Helmhold war mit ihren Forderungen natürlich nicht allein. Mit ihr saßen Karl Müller, Kerisverbandsvorsitzender der Grünen aus Hameln-Pyrmont, Friedrich Deventer, Vorsitzender des Kreisverbandes Schaumburg, Dörte Steenken-Krüger, Kreisverbandssprecherin aus Nienburg und Manfred Senftleben von der Kreistagsfraktion Nienburg im Plenum, um Zeichen zu setzen gegen den Klimawandel und für das Grüne Motto: "Global denken, lokal handeln!" Besonders nach dem Desaster von Kopenhagen müsse jetzt die Bewegung von unten starten, um eine Katastrophe zu verhindern. Auf der Weserberglandschiene will man sich dazu politisch vernetzen und einen gemeinsamen Weg gehen. Beispiele aus der Region gibt es dazu schon einige, an denen man sich orientieren will. So ist man in Hameln-Pyrmont schon weit fortgeschritten bei der Einrichtung einer Klimaschutzagentur, die vom Bund mit 80 Prozent gefördert wird und Bürger unabhängig in allen Energiefragen beraten soll; Nienburg folgt dem Beispiel und in Schaumburg steht man noch am Anfang.

    Dafür hat sich Rinteln mit seinen Stadtwerken bereits auf Platz 504 von 1.500 der Solarbundesliga vor gekämpft. Während es in Nienburg einen hohen Anteil an Windenergie und Biogas gibt, hat Salzhemmendorf schon den Status der "CO2-Neutralität" erreicht und produziert mehr Energie, als im Ort verbraucht wird: "Die enormen Möglichkeiten, die in der Nutzung erneuerbarer Energie stecken, muss man erkennen und daraus Chancen für die Region sehen", so Ursula Helmhold, die eine große Wertschöpfung und das Potential vieler Arbeitsplätze in der Energiegewinnung sieht: "Der Blaumann muss grün werden; die regenerative Energie war das Jobwunder der letzten 10 Jahre!"

    Etwa 1.000 Euro pro Bürger und Jahr fließen aus dem Landkreis für Energiekosten ab: "Da kann man schnell erkennen, dass es auch wirtschaftspolitisch absolut sinnvoll ist, intelligent, vernetzt und dezentral Energie zu produzieren!" Kritik übten die Grünen unisono an EON als Wirtschaftsmonopolisten mit einer nicht zu unterschätzenden politischen Macht. Die Grüne Konferenz in Rinteln sollte einen Einstieg in eine intensivere Vernetzung sein, damit das Weserbergland bis 2030 energieautark und somit gestärkt in die Zukunft geht. Foto: ste

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