RINTELN (ste). Zu einem landesweiten Streik kommunaler- und Bundesdienststellen rief jetzt Ver.di Gewerkschaftssekretärin Angela Schultjan bei einem Warnstreik in der "aktiven Mittagspause" des Kreiskrankenhauses Rinteln auf. Für den 8. Februar sollen alle Streikwilligen für ihre Forderungen in Hannover auf dem Opernplatz auf die Straße gehen. "Ihr wollt fünf Prozent mehr; und dafür tritt Ver.di mit Frank Bsirske an der Spitze auch ein", so Schultjan, die gebetsmühlenartig dazu aufforderte, die Demonstration in Hannover zu besuchen: "Es ist Euer gutes Recht, nutzt es!" Unter dem Motto "Sozial ist, was Kaufkraft schafft" hatte Angela Schultjan jede Menge Argumente, warum die fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt auch richtig sind: "Wir, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, haben die große Finanzkrise nicht verschuldet und wollen jetzt auch nicht dafür zahlen!" Nach zwei Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.
ver.di Gewerkschaftssekretärin Angela Schultjan zeigt sich kämpferisch: "Kommt am 8. Februar auf den Opernplatz in Hannover und unterstützt Frank Bsirske in seinen Forderungen nach fünf Prozent; es ist Euer gutes Recht und ihr habt es verdient!".
Eine warme Suppe und jede Menge informative Gespräche standen im Mittelpunkt des ersten Warnstreiks in der "aktiven Mittagspause" vor dem Kreiskrankenhaus in Rinteln.
Auch die Forderung nach einer neuen Entgeltordnung im öffentlichen Dienst sei bislang von den Arbeitgebern ignoriert worden; einen neuen Tarifvertrag für Altersteilzeit gibt es ebenfalls noch nicht: "Was passiert denn mit Kollegen, die nach 40 oder 45 Jahren Dienst körperlich einfach nicht mehr in der Lage sind, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten", fragte Schultjan, und gab auch gleich eine Antwort darauf: "Dann seid Ihr der letzte Arsch und müsst mit drastischen Kürzungen im Alter leben!"
Das Forderungspaket der Gewerkschaften in einem Gesamtvolumen von fünf Prozent teilt sich in eine Gehaltserhöhung mit einer nachhaltigen sozialen Komponente, eine 24-monatige Übernahme von Auszubildenden sowie eine Verlängerung der Altersteilzeitregelungen. ver.di begründet die Forderungen damit, dass die Einkommen im öffentlichen Dienst der Privatwirtschaft hinterher hinken. Die Stärkung der Binnennachfrage stabilisiere die Wirtschaft. Eine flexible Altersteilzeit sei besser, als "arbeiten bis zum Umfallen". Zudem brauchten Auszubildende eine berufliche Perspektive. Foto: ste
BUZ II (Frau im Gespräch)