STADTHAGEN (bb). Unter dem Motto "Operation Übernahme" haben rund 100 Mitglieder der IG-Metall-Nachwuchsabteilung in Stadthagen dafür demonstriert, dass die Unternehmen ihre Lehrlinge nach der Ausbildungszeit auch weiterbeschäftigen. "Die junge Generation ist von der Krise besonders betroffen", erklärte Torsten Gröger von der IG-Metall Stadthagen in seiner Ansprache auf dem Marktplatz.
Es könne nicht sein, dass die Auszubildenden nach dem Abschluss nicht übernommen würden und ihnen dann anschließend bei der Bewerbung auf eine Stelle mangelnde Berufserfahrung vorgeworfen würde, so Gröger. Gerade junge Arbeitnehmer seien von den Entlassungen im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise besonders betroffen. Dies sei auch im Raum Stadthagen zu erkennen. Hier sei die Zahl junger Arbeitsloser im vergangenen Jahr um rund zwölf Prozent gestiegen. Um so wichtiger sei jetzt die Übernahme der Auszubildenden in ein Beschäftigungsverhältnis.
Basri Erol Kizildenizli von der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei Faurecia erklärte in seiner Rede, dass es mit großen Anstrengungen gelungen sei, für die acht Auszubildenden im Stadthäger Werk die Möglichkeit für eine Weiterbeschäftigung zu schaffen. Allerdings nicht in Stadthagen sondern in einem Faurecia-Werk in Holland, "und das war schon schwierig genug", so Kizildenizli.
Carina Land vom Ortsjugend-Ausschuss der IG-Metall wies auf die Klagen der Arbeitgeber über den Fachkräftemangel hin. Da sei es um so unverständlicher, wenn die Auszubildenden anschließend nicht übernommen würden.
Bei eisigen Temperaturen waren die jungen Demonstranten vom Bahnhof durch die Innenstadt gezogen, hatten ihren Protest mit Trillerpfeifen und Transparenten unterstrichen. Die Kampagne "Operation Übernahme" wurde von der IG-Metall-Jugend ins Leben gerufen, zur Aktion in Stadthagen hatten die Jugendabteilungen der Bezirke Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aufgerufen. Foto: bb