RIEHE (pd). Der kleine Saal im "Landgasthaus Fischer" war bis auf den letzten Platz gefüllt. Groß war das Interesse an der Generalversammlung von "Glück-Auf" Riehe. Die Beteiligung lag mit 30 stimmberechtigten Anwesenden bei einer Quote von 50 Prozent, wie der Vorsitzende Ralf Schröder schnell ausgerechnet hatte. Doch die allgemein gute Stimmung erhielt dann einen kleinen Dämpfer: So, wie er es bereits lange angekündigt hatte, stand Schröder bei den Wahlen für eine erneute Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung. Weil sich auch nach längerem Suchen kein Nachfolger finden lies, wird der bisherige Vorstand die Amtsgeschäfte drei Monate lang kommissarisch führen. "Dann muss ein neuer Vorsitzender gefunden werden", mahnte Schröder.
Die zahlreichen Veranstaltungen und Projekte des vergangenen Jahres bestimmten den Rechenschaftsbericht von Ralf Schröder. Aber auch die Tatsache, dass der Verein weiter wächst - in 2009 gab es sechs Neuzugänge und im Januar des jungen Jahres konnten schon drei neue Mitglieder verzeichnet werden - wurde mit Genugtuung registriert. Ein besonderer Höhepunkt in 2010 wird die Delegtiertentagung der AG Deister sein, bei der das 111-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden soll. Die Planungen für die Veranstaltung, die am 30. Oktober durchgeführt wird, laufen bereits.
Die beliebten Pumpenfeten im Sommer sind nach den Worten von Schröder mittlerweile eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Dorfes. Die Überschüsse aus den Einnahmen bei dieser Feier kommen dem Budget des Vereins sehr zugute, wie Kassierer Horst Schlüter erläuterte. Der seit langem konstante Jahresbeitrag in Höhe von 15 Euro reicht zur Deckung der Ausgaben allein nicht aus. Der Bergmannsverein hat sich in der jüngsten Vergangenheit vor allem bemüht, vorhandene Trachten aufzuarbeiten oder neue Teile anzuschaffen, um nachrückende Mitglieder auf Wunsch mit den alten Bergmannskluften einkleiden zu können. Gerade beim Landestrachtenfest Ende August vergangenen Jahres in Bad Nenndorf habe der Verein "Glück-Auf" mit seiner Delegation beeindrucken können.
"Ich bin immer stolz gewesen, einem so alterwürdigen Verein vorstehen zu dürfen", bekannte Schröder als Einleitung zum Tagesordnungspunkt "Neuwahlen". Doch da er jetzt seinen Lebensmittelpunkt von Riehe nach Luthe verlagert habe, wolle er den Vorsitz abgeben. "Ich glaube es ist wichtig, dass der Vorsitzende auch tatsächlich hier wohnt", ergänzte er. Dem Arbeitskreis Heimatgeschichte werde er aber weiterhin treu bleiben.
Jetzt hat der Verein drei Monate Zeit, sich nach einem neuen Vorsitzenden umzuschauen. Dann wird es eine außerordentlich Mitgliederversammlung geben mit dem Ziel, einen neuen Vorstand zu wählen. "Klappt das nicht, muss im schlimmsten Fall über die Auflösung des Vereins gesprochen werden", machte Schröder unmissverständlich deutlich. Natürlich habe er auch schon vor der Jahreshauptversammlung das eine oder andere Vereinsmitglied angesprochen. "Aber niemand zeigte die Bereitschaft, das Amt des Vorsitzenden übernehmen zu wollen", bedauerte Schröder. Einen Schritt nach vorn hat der Verein dagegen in Bezug auf die "Öffnung für Frauen" gemacht. Laut Satzung ist "Glück-Auf" Riehe schon längst "für jedermann offen. "Wir brauchten dafür keine Satzungsänderung sondern nur die klare Willensbekundung der Mitglieder, so Schröder. Dieser hofft jetzt inständig, dass es in den kommenden Wochen gelingt, geeignete Kandidaten für die Wahl des 1. Vorsitzenden zu finden.
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