1. Erst Hügel weg, dann Müll rein

    Rat macht geschlossen mobil gegen Vorhaben von Bodendeponie in Reese

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    MÖLLENBECK (ste). Einstimmig beschloss der Rat der Stadt Rinteln jetzt, dass die Verwaltung eine größtmögliche Kontrolle bei der Frage der Einrichtung einer Bodendeponie im Kieswerk Reese in Möllenbeck einfordern soll. Was die Ratsdamen und -herren bei ihrer Beschlussfassung allerdings noch nicht wussten: Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg hatte die vom Rat erwartete Stellungnahme im Genehmigungsverfahren längst abgegeben. Rechtlich hat die Stadt Rinteln kaum Möglichkeiten, sich in das Genehmigungsverfahren einzuschalten, das durch das Gewerbeaufsichtsamt geführt wird. Die Betreiber des Kieswerkes Reese hatten einen Antrag auf Errichtung und Betrieb einer Bodendeponie für Inertabfälle. Das sind in der Regel Abfälle, die keinen Verrottungsprozessen unterliegen und aus denen es zu keinen Ausschwemmungen von Schadstoffen kommt. Im Internet wird allerdings auch Schlacke aus Kraftwerken als "Inertabfall" bezeichnet.

    Die Stadt hat für die gute Qualität seines Trinkwassers reichlich investiert, jetzt droht durch eine Bodendeponie am Kieswerk Reese Gefahr für das Rintelner Wasser.

    Gert Armin Neuhäuser von der WGS hatte das von der Stadtverwaltung gewählte Verfahren gerügt und statt Diskussionen im Verwaltungsausschuss und somit hinter verschlossenen Türen die Frage der Einlagerung von Inertabfällen in das Kieswerk in die öffentliche Ratssitzung bringen lassen. Ihm und der WGS kommt es insbesondere auf "...wirksame Kontrollen" des Grundwassers und des angelieferten Abfalls an: "Und die sehe ich derzeit nach den mir vorliegenden Unterlagen noch nicht!" Das Kieswerk Reese liegt im Einzugsgebiet der Rintelner Trinkwassergewinnung.

    Dies war auch für Gerlinde Göldner-Dorka ein schwerwiegender Grund, um gegen eine Einlagerung von Inertabfällen im Kieswerk zu votieren: "Genau 470 Meter sind es vom Kieswerk bis zu den Rintelner Trinkwasserbrunnen!" Und die Grundwasserströme laufen genau vom Werk auf die Brunnen zu. Die Stadt Rinteln, so Göldner-Dorka, habe große Anstrengungen in Sachen Trinkwasserschutz unternommen und viel Geld investiert: "Das Trinkwasser lassen wir uns nicht durch eine Mülldeponie versauern", so Dieter Horn besonders deutlich. Wie wenig Ursula Helmhold von den Grünen von der Idee einer solchen Deponie hält, sagte sie ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen: "Erst den Kameshügel weg, dann Müll rein und zwei Mal kräftig abkassiert; was für eine Moral?" Die Grüne Ratsdame, die als Landtagsabgeordnete ganz dicht auch die Vorgänge in der "Asse" mitverfolgt, hält auch von den angekündigten Kontrollen wenig: "Wer das Verfahren der Asse genau beobachtet weiß, dass Kontrollen oft versagen!" Künftig, so Helmhold, würden um Trinkwasser Kriege geführt, so wertvoll sei dieses Gut. Foto: ste

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