1. Die Schaumburg feiert ihren 900. Geburtstag mit dem wiederauferstandenen Fürsten Ernst

    Drehbuch muss noch geschrieben werden / Eine Reise durch den Landkreis ist geplant

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    RINTELN (km). Die Schaumburg wird in diesem Jahr 900 Jahre alt. Aus dem Anlass ist ein außergewöhnliche Ereignis geplant: Die "Wiederauferstehung" des Fürsten Ernst. Der soll Mitte des Jahres zehn Tage lang kreuz und quer durch das Schaumburger Land ziehen und "Gericht halten". Wie genau die Veranstaltungen aussehen sollen, wurde jetzt bei einem ersten Treffen der Organisatoren im Rathaus deutlich.

    Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz konnte dabei unter anderem Sigmund Graf Adelmann von der Schaumburger Landschaft, Ralf Mahnert vom Landkreis, Manfred König vom Heimatbund, Museumleiter Dr. Stefan Meyer, Superintendent Andreas-Kühne Glaser, sowie einige Ortsbürgermeister begrüßen.

    Koordinator Ralf Mahnert macht dabei zunächst deutlich, dass die Darsteller des Fürsten und seines Hofstaates professionelle Schauspieler sind, die ein fixiertes Drehbuch "abarbeiten" werden - das freilich noch geschrieben werden muss. Bei seiner Tour durch Schaumburg wird der Fürst mindestens zwei Mal in Rinteln Station machen. Unterwegs sind nicht nur Vereine und Verbände zur "Interaktion" aufgefordert: Auch Privatpersonen können ihre Vorschläge, Anregungen oder innovativen Ideen vortragen.

    Während vielleicht ein Chor dem Fürsten ein Ständchen bringe, könnte etwa ein Erfinder dem Fürsten ein Auto vorstellen, das ohne Benzin fährt, wie Sigmund Graf Adelmann fabulierte. - Ein Anachronismus? Kein Problem! Schließlich sind auch moderne Kommunikationsmittel kein Tabu: Wer den Fürsten um Rat fragt, kann zwecks Rückmeldung nicht nur seine Adresse angeben - auch Telefonnummer und Email-Adresse sind erlaubt.

    Auf seinem Rundkurs hört sich der Fürst im Rahmen von Gerichtstagen die Sorgen und Nöte seiner Untertanen an und versucht, die Klagen salomonisch zu schlichten. Egal ob es um Klagen gegen den allmächtgen Staat geht, der böse Nachbarort angeprangert werden soll, ob ein Projekt, dem sich die Stadthalter des Fürsten hartnäckig verschließen, auf den Weg gebracht werden soll oder ob es um etwas geht, das man schon immer einmal los werden wollte - für alle Anliegen hat der Fürst ein ofenes Ohr.

    Auch wer sich an den Veranstaltungen bei dem kulturhistorisches Spiel beteiligen kann, machten Ralf Mahnert und Sigmund Graf Adelmann deutlich: Städte, Gemeinden, Vereine, Theatergruppen aber auch jede andere Gruppe oder Einzelperson, die ein Anliegen haben, können sich an den Fürsten wenden. Wer eine Idee hat, sollte die formulieren und an den Landkreis Schaumburg schicken, und zwar an die Email-Adresse "Kultur.40@landkreis-schaumburg.de". Nähere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 05721/703-323.

    Das Rahmenprogramm mit allerlei Aktonen soll schlicht dem Frohsinn dienen: Angedacht sind Musik, Tanz, Gaukelei oder sonstige Dinge, die zur Erbauung des Fürsten beitragen können. In Rinteln zum Beispiel, verriet Manfred König vom Heimatbund Grafschaft Schaumburg, soll es vor dem Museum einen mittelalterlichen Markt geben. Foto: km

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