1. Im Team auf "Tauchstation"

    Berlin-Schule bietet Mediation für Schüler, Lehrer und Eltern

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    BAD NENNDORF (pd). "Prävention im Team" – auf diese klarer Formel bringt Schulleiter Torsten Rolke einen Leitgedanken zur gewalt(-er)en Kommunikation an der Berlin-Schule Bad Nenndorf. Beratungslehrerin Wiebke Rohland wird künftig durch die Mediatoren Elisabeth Meyer-Engelke und Stephan Rosengart unterstützt. Das Team möchte sich für Kinder, Eltern und Lehrer stark machen und mit den Konfliktparteien Lösungen erarbeiten, bei denen alle Beteiligten "gewinnen", und zwar dauerhaft. Bei der Vorstellung des Projektes betonte Wiebke Rohland, dass durch die Einbeziehung verschiedener Professionen und das Bündeln von Ressourcen adäquat auf die unterschiedlichen Konfliktfälle reagiert werden könne. Mediation bedeutet Vermittlung. Mediatoren sind Klärungshelfer. Elisabeth Meyer-Engelke verwendet gerne das Bild des Eisbergs: "Stellen Sie sich vor, jeder Konflikt ist wie ein Eisberg. Das, was an der Oberfläche erkennbar bzw. wirksam ist, sind Positionen und Standpunkte. Unter der Oberfläche aber liegen die eigentlichen Bedürfnisse und Interessen der Menschen". Nach ihrer Definition springt der Mediator ins Wasser und taucht unter die Oberfläche, um den eigentlichen Bedürfnissen auf den Grund zu gehen. Diese würden bei der Klärung die entscheidende Rolle spielen und es erst möglich machen, dass die Konfliktparteien gehört und verstanden werden. Schulleiter Torsten Rolke freut sich, dass die Schule jetzt auf professionelle Mediatoren zurückgreifen kann. "Schüler, Eltern und Lehrer erwarten mir oftmals eine Art Richterspruch, nach dem Motto – der oder die ist schuld. Doch es geht nicht um die Schuldfrage, sondern vielmehr darum, gemeinsam Regelungen zu finden, wie das Miteinander an der Schule zukünftig besser funktionieren kann". Gerade darin sieht Mediator Stephan Rosengart den unschlagbaren Vorteil des Verfahrens: "Durch aktives Zuhören und Umformulieren von verbalen Spitzen, Beschuldigungen oder Verurteilungen eröffnen Mediatoren den Konfliktpartnern nach und nach neue Wege zur Lösung". Und Rosengart weiter: "Es werden keine faulen Kompromisse erzwungen, sondern für beide Parteien gleichermaßen tragfähige Vereinbarungen erarbeitet". "Mediation ist", wie Mediatorin Meyer-Engelke weiter erklärt, "keineswegs eine Wunderwaffe". Durch das strukturierte Vorgehen und das Visualisieren der wesentlichen Gesprächsinhalte würde sich die Chance bieten, einen Perspektivwechsel zu bewirken. Kontrahenten könnten sich plötzlich wieder einander zuwenden. Aus Erfahrung wissen die Mediatoren, das sich der Wege lohne. Das Team wirbt für das Mediationsverfahren an der Berlin-Schule. Gemeinsam sollen Vorurteile abgebaut und durch Aufklärung Vertrauen in das Verfahren gesetzt werden. Schulleiter Rolke bedauert, dass in vielen Köpfen die Meinung vorherrscht, dass die Inanspruchnahme von professioneller Unterstützung als Schwäche ausgelegt wird. Für ihn ist es hingegen ein Beleg für Stärke, wenn neutrale Fachkompetenz angefordert wird: "Mediation ist zeitgemäß und eine Bereicherung". Die Mediatoren unterliegen der Schweigepflicht und die Konfliktparteien kommen freiwillig. "Der wertschätzende Umgang, Vertraulichkeit und empathisches Kommunizieren schafft einen Rahmen, der dem Anliegen gerecht wird und den Boden für nachhaltige Lösungen bereitet", so Meyer-Engelke. Das habe Vorbildcharakter, insbesondere für die Schüler. Foto: privat

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