RINTELN (ste). Neben dem außergewöhnlichen Vier-Gänge-Menü sorgten Lutz Göhmann und Stefan Bohrer als "PiekBuBen" bei den Rintelner Sinnesfreuden des Kulturring für ihre eigenen, ausgefallenen Formen besonderer Sinne. "Mit uns erwartet sie neben dem Hör- auch der Blöd- und der Schwachsinn", kündigten sie ihr Programm den Gästen an, dass durchzogen vom pechschwarzem Humor war.
Neben dem Gruß aus der Küche und Liedern von der Lust und der Triangel, die im Schatten der Trommel steht, war es auch die Chemie der zwischenmenschlichen Beziehungen, die besungen wurde. Auch die aktuellen Themen nahmen die beiden Künstler auf die Schippe. Bei den Berufsgruppen mit dem größten Vertrauen steht an der Spitze die Feuerwehr, somit von den "Buben" verschont. Dafür stehen am Ende aber die Beamten und die Politiker, die denn auch dem Humor zum Opfer fielen.
Dem Spaß folgte die Rahmsuppe von Fingermöhren mit Süßkartoffelchips. Vor dem ersten Hauptgang, dem gegrillten Pangasius mit Calvados Paprikagulasch, ging es dann mit Romantik pur weiter. Mit dem Stück "Wir wollten doch nur Freunde sein, doch nun hab ich dich am Bein" stellte sich schnell heraus, dass natürlich auch bei der Romantik nicht immer Gold ist was glänzt.
Nach der Eintagsfliege, die die Liebe ihres Lebens und den Vater ihrer Larven sucht, folgte die Tochter des Schöhnheitschirurgen. Natürlich famos und makelos: "Weil Papa ja alles hingezogen bekommt!" Nachdem die beiden "PiekBuBen" die Mauer musikalisch wieder aufgebaut hatten, natürlich nicht mitten durch Deutschland, sondern außen herum, folgte die Entenbrust mit Macadamianussfüllung und glasierten Rübchen. Dem gut gefüllten Magen angepasst kam dann ein persönliches, etwas schwermütiges Stück aus der eigenen Therapiegruppe der Künstler. Um die Probleme des Lebens zu lösen fand man heraus, dass doch alles an der Schilddrüsenunterfunktion läge, was man im Leben so erleiden müsse. Gekrönt wurde die Krankheit dann vom Ende des Lebens. Jeder wird, so die Künstler, sein Leben so beenden, wie er seinen Beruf erwählt hat. Der Gärtner beißt also ins Gras, der Kellner gibt den Löffel ab und die Klofrau ... ab. Den humoristischen Abschluss machte dann Georg Kreisler‘s "Tauben vergiften im Park", umgewandelt auf "Rentner". Den kulinarischen Abschluss machte die Variation der Zitrusfrucht mit Orangencreme im Baumkuchenmantel sowie Mandarinensorbet und Kumquatragout.
Die Rintelner Sinnesfreuden boten auch diesmal wieder eine unterhaltsame Vorstellung mit amüsanten, schwarzen Textpassagen, die die Lachmuskulatur strapazierten. Dazu ein hervorragendes Essen mit Tischgetränken zu einem sagenhaften Preis im historisch schönem Ambiente und die Mischung ist perfekt.
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