1. Anhaltender Beifall für ein "Dokument der Traurigkeit"

    Höhepunkt der 34. Musiktage mit Mozart-Symphonie und Requiem / 100 Mitwirkende unter der Leitung von Wolfgang Westphal

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    RINTELN (km). Zwei dramatische Meisterwerke markierten am vergangenen Sonntag den Höhepunkt der 34. Rintelner Musiktage: Auf dem Programm standen die Symphonie in G-Moll und das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. In der voll besetzten Nikolai-Kirche zeigten sich fast 100 Mitwirkende unter der Leitung von Wolfgang Westphal in bester musikalischer Laune.

    Dem Publikum wurde für sein Eintrittsgeld ein beeindruckendes symphonisches Erlebnis geboten. Neben der Jenaer Philharmonie glänzten dabei die Gesangs-Solisten, Ina Westphal (Sopran), Barbara Senator (Alt), Jörg Erler (Tenor) und Stefan Zenkl (Bass), die wirkungsvoll vom Schaumburger Oratorienchor und dem Jugendchor der evangelischen Singschule unterstützt wurden. -

    Bei der Symphonie G-Moll (KV 550), am 25. Juli 1788 in Wien vollendet, handele es sich um ein Werk, "dessen Unterton von Traurigkeit und Leid an den französischen Dichter Stendhal denken lässt", konnte das Publikum im Programmheft nachlesen. Stendhal hatte geschrieben: "Mozart ist niemals unterhaltend; es geht uns mit ihm wie mit einer ernsten und oft traurigen Geliebten, die man umso inniger liebt - gerade wegen ihrer Traurigkeit."

    Stendhals Worte hätten zwar einer Aufführung der "Nozze di Figaro" (...) gegolten, hieß es weiter, seien aber "gerade deshalb nicht minder hellhörig und erst recht auf die große G-Moll-Symphonie zu beziehen", die "in der Tat ein Dokument der Traurigkeit" sei.

    Das Requiem, hatte Dirigent Wolfgang Westphal im Rahmen einer Einführung im Vorfeld festgestellt, sei Mozarts letztes Werk gewesen - gleichsam sein eigener Totengesang, den er nicht mehr selbst haben beenden können. Trotz der fragmentarischen Überlieferung und trotz der vielfach kritisierten Ergänzungen durch Mozarts Schüler Süßmayr sei die Achitektur des Gesamtwerkes indessen "zwingend". Dazu Westphal wörtlich: "Die ergänzten Teile kann ich musikalisch keineswegs als Fremdkörper sehen, sie sind im Wesen mozartisch." -

    Das Publikum belohnte den Dirigenten, das Orchester, die Solisten und die Chöre am Ende mit anhaltendem Applaus. Foto: km

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