SAMTGEMEINDE RODENBERG (pd). Einen breiten Raum nahm im Verlauf der jüngsten Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde Rodenberg die Präsentation eines "Konzeptes zur Verbesserung der Schulqualität in der Albert-Schweitzer-Schule in Lauenau" ein. Eine entsprechende Arbeitsgruppe hat sich ausführlich mit diesem Thema befasst und ihre Vorstellungen den Ausschussmitgliedern vorgestellt. Der Nutzen von Architektur für die pädagogische Entwicklung an einer Schule sei nicht zu unterschätzen, erklärte Arbeitsgruppen-Mitglied Meike Adler. Sie stieß mit ihren Ausführungen auf großes Interesse bei den Ratsvertretern und der Verwaltung.
"Heutige Bildungsstandards erfordern ein größeres Platzangebot und flexible Räumlichkeiten", stellte die Lehrerin gleich zu Beginn ihres Vortrages fest. Architektur sei ein wichtiger Baustein, um die Qualität von Schule zu verbessern. Doppelstunden, eine andere Fächerverteilung und ein Wechsel in der Methodik müssten mit der baulichen Veränderung des Gebäudes einhergehen. Das große Ziel, die Qualitätsverbesserung, dürfe sich nicht auf das Gebäude beschränken, sondern müsste auch auf die Umgebung ausgedehnt werden.
Mehr Transparenz sei notwendig und einfach durch Glaselemente in Türen und Zugänge hin zu den Außenflächen zu erreichen. Ein durchgängiges Farbkonzept und ein schlüssiges Beleuchtungskonzept stehen ebenfalls auf der "Wunschliste" der Arbeitsgruppe. Auch die Renovierung der vorderen Pausenhalle sowie die Verlegung der Heizung im Eingangsbereich würden mit dazu beitragen, die Eingangssituation zu verbessern. Vehement plädierte Adler für die Umsetzung einer "Pädagogischen Architektur". "Wir haben Lust, das zu machen", beschrieb die Lehrerin die hohe Motivation der Arbeitsgruppe.
Lauenaus Bürgermeister Heinz Laufmöller (SPD) zeigte sich von der Begeisterung der Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule angetan. Sein Parteigenosse Peter Friedrichkeit wollte wissen, in welcher Reihenfolge man einzelne Segmente der Veränderungen angehen sollte. "Was muss kurzfristig geschehen, was kann auf später geschoben werden?" Adler erklärte, dass einige Dinge bereits umgesetzt worden wären. Schulleiter Detlef Jelitto ergänzte: "Wir müssen einfach anfangen und dazu brauchen wir Geld von der Gemeinde".
Überrascht zeigte sich der Ausschussvorsitzende Gerd Lohmann von der engen Verbindung zwischen Architektur und pädagogischem Konzept. Uwe Heilmann, Samtgemeindebürgermeister und Kämmerer in einer Person, freute sich darüber, "dass nicht gleich die ganze Schule abgerissen werden muss". Er fand die vorgetragenen Ideen "spannend" und hielt es für vernünftig, wenn Verwaltung und Arbeitsgruppe einen Architekten zu Rate ziehen würden, der sich mit der Materie auskennen würde. Schön wäre es, so der Verwaltungschef weiter, wenn zum 100-jährigen Bestehen der Schule im nächsten Jahr eine Art "Modell-Klassenraum" nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe präsentiert werden könnte. Für die Baumaßnahmen sind 80 000 Euro im Haushaltsplan für 2010 vorgesehen.