RODENBERG (pd). Mit einer kleinen Feierstunde, an dessen Ende sich ein Rundgang durch die neue Schule anschloss, wurde die "Schule am Deister" an ihrem neuen Standort in Rodenberg offiziell eingeweiht. Die Förderschule mit dem Lernschwerpunkt "Geistige Entwicklung" ist von Bad Nenndorf nach Rodenberg umgezogen und wurde an das Gebäude der Julius-Rodenberg-Schule angegliedert. In markantem Grasgrün sticht die Fassade dem Betrachter ins Auge. Beim Rundgang bekamen die Eröffnungsgäste einen kleinen Eindruck von dem, wie in der Förderschule gelehrt und gefördert wird. Die Schüler und das Kollegium sind noch dabei, sich zu Recht zu finden und alle 700 gepackten Kartons sind auch noch nicht ausgepackt, verriet Schulleiter Hans-Joachim Lübker. Doch bei einem Rundgang über den Martinimarkt habe man schon viel positive Resonanz auf die "Neuen" erfahren dürfen.
"Es gibt nichts Konstruktiveres als die Sanierung oder Erweiterung, als Umbau- oder Neubau von Schulen". Mit dieser Feststellung leitete der Landrat seine Rede ein. Die "Schule am Deister" sei in Bad Nenndorf in einem Gebäude untergebracht gewesen, das langfristig den speziellen Anforderungen an diese Schulform nicht mehr gerecht wurde. Bei der Suche nach neuen Räumen sei die Wahl auf Rodenberg gefallen. "Hier stimmten die vorhandenen Raumkapazitäten, die Bausubstanz und die Infrastruktur". Das Gebäude an der Langen Straße überzeugte durch die optimale Lage.
Am Ende war die Entscheidung für den Umzug von Bad Nenndorf nach Rodenberg von hoher Akzeptanz aller Beteiligten geprägt gewesen. 30 Firmen sind seit Juli 2008 damit beschäftigt gewesen, den Umbau zu bewerkstelligen. Die Kosten dafür in Höhe von 1,7 Millionen Euro bezeichnete Heinz-Gerhard Schöttelndreier als "vertretbare Summe".
Er bedankte sich bei den Lehrern, Eltern und Schülern der Grundschule, die in den vergangenen Monaten viel Geduld aufgebracht hätten. "Es ist doch eine ziemliche Zumutung, über einen so langen Zeitraum Lärm und Dreck auszuhalten". Und es sei auch nicht immer einfach gewesen, mit den vielen Provisorien um Zuge der Bauarbeiten zu Recht kommen zu müssen. Er dankte bei der Gelegenheit auch den Schulleitungen beider Schulformen für die gute Zusammenarbeit. Er verriet, dass im kommenden Jahr der Schulhof umgestaltet werden wird. Ziel sei, die "Fahrschüler" der Förderschule noch sicherer und komfortabler an die Schule heranfahren zu können. Schulleiter Hans-Joachim Lübker gab zu, dass Schulleitung und Kollegium sich sehr über den Standort Rodenberg gefreut hätten.
Ausgesprochen positiv sei im Zuge der Planungen die Zusammenarbeit mit den Gremien im Landkreis und den Planern verlaufen. Besonders erwähnt wurde das Architektenteam, das nach Auffassung des Schulleiters großes Einfühlungsvermögen für die besonderen Bedürfnisse einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung gezeigt hätte. "Vielen Dank für die Geduld, wenn wir in einzelnen Punkten beharrlich nachgehakt haben und damit vielleicht auch etwas lästig wurden", so Lübker. In der Rückschau lobte er den Einsatz des Kollegiums. "Ein Schulumzug ist immer eine besondere Herausforderung. Aber wenn eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung umzieht, ist das ein besonders großes Abenteuer". An mehreren Nachmittagen wurden mehr als 700 Umzugskartons gepackt.
Nach den Herbstferien habe man immer noch mit Schwierigkeiten umgehen müssen. Mal funktionierte die Heizung nicht –Sauna oder Kühlschrank – oder es konnten Fachräume nicht genutzt werden. "Ich wünsche uns allen, dass wir bald wieder im gewohnten ruhigen Rahmen arbeiten können, um dann auch die Ruhe zu haben, unser schönes neues Gebäude in vollen Zügen genießen zu können", merkte der Schulleiter zum Abschluss an. Foto:pd