BAD NENNDORF (Ka). Der kleine Saal in der Wandelhalle platzte beinahe aus allen Nähten. Mit so einer großen Resonanz hatte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Nenndorf, Marina Jalowaja nicht gerechnet. Über 250 Gäste nahmen an dem Kulturtag mit großem Rahmenprogramm teil. Darunter viele Gesichter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirche und Vereinen. Es wurde zusammengerutscht und immer neue Stühle wurden herbeigeschafft, um den neuen Gästen Plätze anzubieten. Veranstaltungs-Schirmherr Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier zeigte sich beeindruckt und begrüßte die bunte Zusammenkunft, in der er sich sehr wohl fühlte. Er richtete seinen Blick aber auch in die Vergangenheit und betonte, dass Bad Nenndorf in Anbetracht der Neonazi-Aufmärsche Flagge zeigen muss und lehnt diesbezüglich eine Vogel-Strauß-Politik ab. Mit dem Fest erhält die Veranstaltungsreihe "Bad Nenndorf ist bunt" eine besonders lebendige und farbenfrohe Note. Als Schirmherr und Landrat steht er für ein abwechslungsreiches kulturelles Leben in Schaumburg. Miteinander leben und voneinander lernen, dass stand am Kulturtag ganz vorn an. Denn bereits das große Buffet sorgte für einen regen Informationsaustausch mit höchstem Genuss. Die Nachfrage nach den traditionell jüdischen Gerichten, Süßspeisen und Kuchen war sehr groß und den heimischen Köchinnen und Bäckerinnen wurde großes Lob zuteil. Jalowaja verwöhnte zum 6. Mal in Folge die Bürger mit einem kulturellen Sinnesschmaus, der Klezmer-Musik mit der Gruppe "Mizwa", Unterhaltung und Köstlichkeiten in sich barg. Eine Diashow über die Verlegung der ersten Stolpersteine in der Hauptstraße erinnerte an die jüdischen Mitbürger in Bad Nenndorf. Das abschließende Konzert mit den Künstlern Assaf Levitin (Bassbariton) und Dan Deutsch (Klavier) rahmte die Veranstaltung.
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