RINTELN (km). Zur Aufführung von Anton Bruckers achter Symphonie unter der Leitung von Wolfgang Westphal war das Göttinger Symphonie Orchester jetzt mit rund 80 Musikern angereist - unter anderem mit acht Hörnern, vier Wagner-Tuben, drei Posaunen, drei Trompeten zwei Harfen, Pauken und einer Kontrabass-Tuba.
Dirigent Wolfgang Westphal in Aktion
Breite Palette: Auch zwei Harfen kamen bei dem Opus zum Einsatz
Viele der über 400 Zuhörer hatten eine Woche zuvor schon dem verbalen Präludium von Wolfgang Westphal gelauscht, der in das imposante Meisterwerk des österreichischen Komponisten eingeführt hatte. Dabei wurden berühmte Zeitgenossen zitiert, da war die Rede gar von "übermenschlicher Dimension", da wurde der berühmte Dirigent Sergiu Celibidache genannt, der gesagt hatte: "Dass es Bruckner gegeben hat, ist für mich das größte Geschenk Gottes." Der Dirigent Günter Wand habe den Lobgesang noch zu steigern vermocht: Das Werk Bruckners sei für ihn ein Gottesbeweis, "weil es allein mit dem Wirken menschlicher Kräfte nicht erklärbar ist".
Den Worten ließen die gut 80 Musiker eine Woche später Taten folgen, und die Zuhörer konnten musikalisch die "neue Dimension", das "flächige Denken" und gleichzeitig das "unglaublich Auseinandergenommene" nachvollziehen. Und tatsächlich erschloss sich bereits im ersten Satz eine nachgerade ungeheuere Dramatik: "Das Requiem, ein Totengesang, ein kosmisches Gebilde," so hatte es Wolfgang Westphal formuliert, "stirbt ab bis zur völligen Vernichtung.
Während sich am Ende des zweiten Satzes, dem Scherzo, bereits ein "Lichtblick" abgezeichnet habe, sei im feierlichen Adagio des dritten Satzes "ein göttliches Beispiel von Zeit und Raum" präsentiert worden. Im letzten Satz seien dann alle Elemente noch einmal zusammen geführt worden: Zum Sieg des Lichtes über die Finsternis und die Hoffnung auf ewiges Leben. Foto: km