1. Es gibt keine "gemischte niedersächsische Reihe"

    Volles Haus beim ersten Reformations-Empfang des Kirchenkreises

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    RINTELN (km). Zu seinem ersten Reformations-Empfang hatte am Donnerstag der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg eingeladen. Musste der "weltliche" Kreiskirchenball vor wenigen Wochen noch wegen mangelnder Anmeldungen abgesagt werden, so war der Ratskellersaal bei diesem Ereignis bis auf den letzten Platz besetzt.

    Was Du nicht willst, dass ich Dir tu...: Dr. Uwe Brinkmann referiert.

    Bei seiner Begrüßung konnte Superintendent Andreas Kühne-Glaser neben vielen geistlichen Kollegen auch die Spitzenvertreter aus dem Rathaus sowie zahlreiche Repräsentanten von Vereinen, Verbänden, Handwerk und Industrie willkommen heißen.

    Kühne-Glaser erinnerte eingangs an das vielfältige soziale Engagement der Kirche, auf den Betrieb der zahlreichen Kindergärten etwa und wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Kirche kein profitabler Betrieb sei, der Gewinne erwirtschaften müsse. Dass es dennoch (oder gerade deswegen) in konjunkturell schwachen Zeiten ganz gut laufen könne, führte der Superintendent auf die rechte Einstellung zurück - die dadurch belohnt werde, dass "der Heilige Geist stets in der Nähe" sei.

    Eine offenbar eher ungewöhnliche Sitzordnung musste der Referent, Pastor Dr.-Ing Uwe Brinkmann, gewärtigen, der als Theologe und promovierter Maschinenbau-Ingenieur bei der Landeskirche als "Referent für die Arbeitswelt" zuständig ist. Die von ihm angesprochene "deutsche Eigenart der Geschlechter-Trennung" war im Ratskellersaal nicht erkennbar. Es gab keine "gemischte niedersächsische Reihe - Frauen links, Männer rechts, oder umgekehrt" oder gar eine Verteilung "Frauen im Kirchenschiff, Männer auf der Empore". Abgesehen davon, dass die Gäste durchweg an runden Tischen saßen, hatten die Veranstalter bewusst eine Sitzordnung nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, so dass sich zweifellos mehr "Fremde" zusammen fanden als das gewöhnlicherweise der Fall ist. Eine Maßnahme, deren Sinn am Ende der Ausführungen von Uwe Brinkmann transparent werden sollte. Das Thema "Was Du nicht willst, das ich Dir tu, das füg auch keinem anderen zu" hatte der Referent zunächst aus vier verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Aus philosophischer, poltischer, sozialer und theologischer. Dabei wurde auch deutlich, dass ähnliche "kategorische Imperative" nicht nur in der Bibel, sondern auch in praktisch allen anderen "heiligen Büchern" der Geschichte zu finden sind.

    Brinkmann regte die Anwesenden schließlich dazu an, selbst vor allem darüber nachzudenken, was sie zu geben hätten. Und damit war dann auch schon die geplante Diskussion an den runden Tischen mit jeweils acht mehr oder weniger "fremden" Teilnehmer eröffnet.

    Und hätte der Schreiber dieser Zeilen nicht rasch heim gemusst, um eben diesen Text noch schnell zu verfassen, dann hätte er noch anfügen können, dass sich die Gesprächsteilnehmer sicherlich gegenseitigen Respekt, Wohlwollen und Toleranz zugesichert haben. - Was denn sonst? Foto: km

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