BAD NENNDORF. "Im Moorbadehaus an der Bahnhoftsraße kam es bei Umbauarbeiten zu plötzlicher Rauchentwicklung - zwei Arbeiter wurden eingeschlossen!" Diese Meldung ereilte die Nenndorfer Feuerwehren wie auch das Deutsche Rote Kreuz. Das es sich um eine Alarmübung handelte, war den engagierten und freiwilligen Helfern in der Not erst vor Ort klar, doch sie agierten und handelten so, als wäre die Situation real und nicht fingiert.
Die Feuerwehr Bad Nenndorf war trotz des laufenden Länderspiels zwischen Russland und Deutschland nur wenige Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort und begann sogleich mit der Suche nach den Vermissten. Zwei Trupps unter Atemschutz drangen in das Gebäude ein. Allerdings stellte sich die Suche als sehr schwierig dar. Die beiden Arbeiter befanden sich irgendwo in einem großen dunklen und verqualmten Bereich, der in Umkleidekabinen, Therapieeinrichtungen und andere Räume aufgeteilt war. Es mussten etwa 40 Türen geöffnet und die dahinter befindlichen Räume einzeln durchsucht werden. Schnell wurde klar, dass die eigenen Kräfte nicht ausreichten. Die Einsatzleitung mit Zugführer Paul Dylla und Gemeindebrandmeister Uwe Blume entschloss sich, weitere Wehren aus der Samtgemeinde zu alarmieren. Die Feuerwehren Helsinghausen/Kreuzriehe, Ohndorf, Riepen und Waltringhausen kamen hinzu und unterstützten die Nenndorfer mit Personal, darunter vornehmlich Atemschutzgeräteträger.
Insgesamt zehn Trupps unter Atemschutz suchten im Gebäude nach den Vermissten. Sie wurden gefunden und in die Obhut des DRK Bad Nenndorf übergeben, das ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz war. 60 Einsatzkräkte mit zwölf Fahrzeugen befanden sich in den Abendstunden im Einsatz.
Nur durch die große Zahl von Helfern war es möglich, die dunklen und verwinkelten Räume vollständig zu durchsuchen. Für die eingesetzten Trupps war es ein besondere Erfahrung. Sie mussten sehr umsichtig und koordiniert vorgehen, um nicht die Orientierung zu verlieren. Entsprechend anstrengend war die Arbeit. Dankbar nahmen die Feuerwehrleute die vom DRK bereitgestellten Getränke im Anschluss entgegen. In einer Abschlussbesprechung haben die Führungskräfte die Übung analysiert und lassen die daraus gewonnenen Erkenntnisse in die laufende Ausbildung einfließen.
Foto: ka
Schläuche führen quer über die Bahnhofstraße. Feuerwehrleute sorgen dafür, dass Autos sie sicher überqueren.