HANNOVER (ro). Auswärts gegen eine harmlose Heimmannschaft zu unterliegen ist bitter. Das 1:2 bei Eintracht Frankfurt war völlig unnötig. Vom Spielverlauf her gesehen ein Rückfall in alte Zeiten bei Hannover 96. Die Gegentore resultierten aus gravierenden Abwehrfehlern und in der Offensive versiebten die Stürmer viele gute Chancen. Noch fataler: Die Lust und Spielfreude der letzten Wochen scheint bereits verflogen. In den Kombinationen wirkte vieles wieder verkrampft - wie zu besten Zeiten des Heckingschen Fußballs. Anders sind die dutzendfachen Fehlpässe im Mittelfeld kaum zu erklären. Der Druck ist jetzt wieder förmlich spürbar: Hannover 96 besitzt nur noch einen Punkt Luft zum Relegationsplatz in der Abstiegszone.
Die Gastgeber wirkten dabei keineswegs spielerisch besser. Es entwickelte sich ein sehr enges Match auf Augenhöhe, weniger von der Technik als vom Kampf geprägt. Trainer Andreas Bergmann dazu: "Von unserer Seite hätte ich mir gewünscht, dass wir die eine oder andere Torchance etwas ruhiger ausgespielt hätten. Ich habe aber eine Mannschaft gesehen, die hohen Einsatz gezeigt hat. Nach dem Rückstand hatten wir zwei, drei sehr gute Möglichkeiten zum Ausgleich, die wir leider zunächst nicht genutzt haben. Es ist natürlich ärgerlich, dass wir, nachdem wir endlich das 1:1 geschafft hatten, durch eine unglückliche Situation auf der linken Abwehrseite schnell wieder in Rückstand geraten sind."
Ausgangspunkt zum Führungstreffer der Eintracht war ein nah vors Tor gezogene Eckball von links durch Steinhöfer. Nikos Liberopoulos kam umringt von 96ern aus kurzer Dístanz zum Kopfball und verwandelte. 96-Schlussmann Fromlowitz agierte in dieser Szene direkt vor seiner Nase im Fünf-Meter-Raum viel zu zögerlich. Im weiteren Spielverlauf besaßen die Roten eindeutig die besseren Chancen. Eintracht-Keeper Oka Nikolov. parierte großartig gegen Balitschs Kopfball (29.), drehte einen Stajners Schuss um den rechten Pfosten (30.). Ya Konan (50. ) brachte mutterseelenallein vor Nikolov das Leder nicht im Netz unter. Ya Konan (67.) verzog aus spitzem Winkel. Hierbei übersah er zudem den besser postierten Stajner. Dann endlich der verdient Ausgleich: Jan Rosenthal flankte in den Strafraum, wo Ya Konan zunächst über den Ball schlug. Doch der hinter ihm postierte Jiri Stajner verwandelte zum Ausgleich. Die Freunde währte nur kurz. Constant Djapka leistete sich einen völlig unnötigen Ballverlust im Mittelfeld. Anstatt Timo Ochs beim Zurückeilen vernünftig zu attackieren, ließ er diesen ungehindert flanken. Liberopoulos kam nach dieser Rechtsflanke frei im Strafraum zum Kopfball. Fromlowitz parierte, doch seine Vorderleute pennten. Alexander Meier reagierte am schnellsten und drückte das Leder aus kurzer Distanz zum 2:1 über die Linie (74.). In der Endphase fehlte 96 dann einfach der Mumm. Das Team wirkte eher schockiert. Das Schlusswort gehörte dann Steven Cherundolo: "Es ist wirklich ärgerlich, dass wir verloren haben. Wir hatten die Chance, drei Punkte mitzunehmen. Die Niederlage war unnötig, denn Eintracht war nicht besser als wir. Aber die Frankfurter waren in den entscheidenden Momenten einen Tick schneller. Ich bin mir aber sicher, dass wir nächste Woche besser spielen und mit ein bisschen Glück das Spiel gegen Stuttgart auch gewinnen werden."