1. "Die Wegstrecke ist holprig, der Aufstieg wird mühsam sein"

    Hoffnung für die Konjunktur / IHK Lippe befragt Unternehmen

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    EXTERTAL (km). In der lippischen Wirtschaft scheint die Talfahrt gestoppt. Der IHK-Konjunkturklima-Index stieg von 65,9 Punkten im April auf 92 Punkte im August. Das ist das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für Lippe, an der sich 220 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung mit rund 22.150 Beschäftigten beteiligten. Die positive Entwicklung, heißt es in einer Presse-Information, sei vorwiegend auf die gestiegenen Zukunftserwartungen der Unternehmen zurück zu führen.

    Während sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage nur leicht zum Positiven verändert habe, sei die Erwartung für die Zukunft weitaus optimistischer als in den drei Vorumfragen. Mittlerweile blickte ein Fünftel der lippischen Unternehmen zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate. Der Anteil der Skeptiker habe sich dabei halbiert.

    "Die Stimmung hellt sich auf; es geht langsam wieder aufwärts," interpretierte Ernst-Michael Hasse, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lippe die Ergebnisse. Es deute somit einiges darauf hin, dass die Talsohle erreicht sei. Schränkte Hasse ein: "Wir bewegen uns allerdings auf niedrigem Niveau. Es geht nur langsam wieder aufwärts. Die Wegstrecke ist holprig und der Aufstieg wird mühsam sein und die Wachstumsraten werden eher gering ausfallen." Hasse warnt vor einer zu großen Begeisterung aufgrund der ersten positiven Anzeichen. Dabei spielten zum Teil auch psychologische Aspekte eine Rolle: "Angesichts der desolaten Lage können sich die lippischen Unternehmen nicht vorstellen, dass es noch schlechter werden kann." -

    Die Auftragsbestände sind bei der Mehrheit der Unternehmen unverändert niedrig. Der Anteil derjenigen, die über ein Anziehen der Nachfrage berichten, hat jedoch im Vergleich zur Frühjahrsumfrage leicht zugenommen. Die Kapazitätsauslastung zieht langsam an, die Mehrheit der antwortenden Unternehmen ist jedoch nach wie vor unzufrieden.

    Risiken sehen die lippischen Unternehmen im Bereich der Automobilwirtschaft, denn dort wo die Abwrackprämie für zusätzliche Nachfrage gesorgt hat, stehen die Probleme erst noch bevor.

    Zudem werden Rückschläge erwartet, wenn die Impulse aus den Konjunkturprogrammen ausbleiben und sich die Auslandsnachfrage nicht erholt. Befürchtungen werden geäußert, dass die hohe Kurzarbeit zum Teil in Arbeitslosigkeit münden könnte. Für diesen Fall werden negative Auswirkungen auf den Konsum vorhergesagt. Einige Unternehmen berichten von Engpässen bei der Materialversorgung und sehen sich bereits wieder steigenden Beschaffungspreisen gegenüber. Ebenfalls wird ein Anziehen der Kosten durch steigende Steuerlasten befürchtet angesichts der extrem hohen Staatsverschuldung.

    Das schwache Pflänzchen der konjunkturellen Erholung könnte durch die restriktive Darlehenspolitik der Kreditinstitute im Keim erstickt werden, prognostizieren Skeptiker. Mittlerweile beklagten knapp drei von zehn der antwortenden Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Konditionen bei der Kreditvergabe. Hemmschuh für die Kreditfähigkeit der Unternehmen seien die schlechten Jahresabschlüsse. Liquiditätsengpässe würden daher gerade beim Anziehen der Konjunktur befürchtet.

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