1. Gemeinde schafft auf dem Friedhof einen Platz für jüdische Gräber

    Bestattungskultur im Wandel / Kostensparend durch eigene Planung / Voraussetzungen erfüllt

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    HASTE (Ka) Grund zu Freude gibt es derzeit bei einem eher traurigen Thema. Der Haster Friedhof erfährt eine Erweiterung, denn es besteht Handlungsbedarf, so informierten der Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese und die Bürgermeister Sigmar Sandmann und Horst Schlüter im Pressegespräch. Vor Ort begrüßten sie Bodo Gideon Riethmüller vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsen, denn auf der Erweiterungsfläche von 5.970 qm entsteht neben einem allgemeinen auch ein Jüdischer Friedhofsteil, der allen Hinterbliebenen gerecht wird. Dem Wunsch kam die Gemeinde Haste gerne nach, denn mit Gründung der Jüdischen Gemeinde in Bad Nenndorf oblag eine selbstverständliche Notwendigkeit, einen Flächenteil für die jüdisch rituelle Bestattungszeremonie freizuhalten. Der Friedhof wird als Bet ha-chajjim (Ort des Lebens) oder Bet ha-olam (Ort der Ewigkeit) bezeichnet. Jüdische Gräber dürfen niemals eingeebnet werden, um für eine erneute Belegung Platz zu schaffen, denn sie haben Bestand für alle Zeiten, so informierte Riethmüller und dankte der Samtgemeinde, der Gemeinde und den Entscheidungsträgern für die Umsetzung. Diesen Dank übermittelte er auch im Namen des Jüdischen Landesverbandsvoritzenden Michael Fürst. Über den sicheren Rad und Fußweg, der weiterhin Bestand haben wird, ist der Friedhof ebenso zu erreichen, wie mit dem Pkw und dem Zug. Riethmüller freut sich, dass ein Wasseranschluss auf dem neuen Teilstück gewährleistet ist, denn jeder Besuch eines Jüdischen Friedhofs macht eine Händewaschung erforderlich, da er mit Unreinheit in Einklang gebracht wird. Vielfach ist es üblich, vorher noch etwas Gras anzureißen und es hinter sich zu werfen, um damit anzudeuten, dass die Toten auferstehen werden wie das Gras auf dem Felde. Die neue Fläche wurde bereits von dem Rieher Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen Stefan Müller umzäunt. Damit passt sich der im Jahre 1953 angelegte Friedhof dem Wandel der Bestattungsgewohnheiten an, so Reese. Die Investitionskosten konnten durch den planerischen Entwurf aus der eigenen Verwaltung gesenkt und Ingenieurleistungen eingespart werden, informierte er weiter. Die Umsetzung erfolgt im Jahr 2010. Der gestalterische Entwurf der Innenfläche ist den Fraktionen bekannt und wird dem Fach-Gremium "Wirtschaftsausschuss" demnächst vorgestellt. Foto: ka

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an