HANNOVER (ro). Ein munteres Spielchen schürte Freunde am ersten herbstlichen Spieltag. Nur 28 412 Zuschauer erlebten in der AWD-Arena wie der Torknoten bei Hannover 96 platzte. 5:2 gewannen die Roten gegen den Aufsteiger SC Freiburg. Ein frischer Wind wehte nicht nur über der Osttribüne, sondern auch in der 96-Offensive. Teilweise lief der Ball über mehrere Stationen mit nur jeweils einem Kontakt. Mit Jiri Stajner und Didier Ya Konan gab es im Strafraum oder dessen Nähe viel Wirbel und stets herzerfrischende Momente. Selten gab es in einem Heimspiel für die Roten so viele Torchancen und bereits im ersten Abschnitt drei Treffer zu bejubeln.
Die Tore:
Die Herbstsonne blendete jedoch nicht. Die Schattenseiten waren klar erkennbar. Die Abwehr wirkte in jeder Sekunde des Spiels nicht nur anfällig, sondern hochgradig gefährdet. Stabilität und Umsicht erzeugen einen anderen Wirkungsgrad.
In dieser Hinsicht überzeugte nur Torhüter Florian Fromlowitz. Kein Fehlgriff, zudem bei Flanken sehr sicher in der Strafraumbeherrschung. Klare Abstriche hingegen bei Jan Rosenthal. Quasi der einzig schläfrige auf dem Platz. Innerhalb weniger Minuten summierten sich bei ihm die Fehlpässe. Vor der Pause hätte er jegliche Kritiker strafen können. Im Gewühl des Strafraums kam er plötzlich beim Elfmeterpunkt frei zum Schuß. Aus der Drehung flutsche nur ein Trullerball heraus. So drängte er sich nicht zur Rolle als Stammspieler auf.
Und Freiburg: Der Aufsteiger agierte munter mit.
Das 3:1 zur Pause vermittelte deshalb nur wenig Sicherheit.
Auch im zweiten Abschnitt ging das muntere Treiben weiter. Die Profiteure waren die Fans: Ständig war etwas los. Rosenthal rückt mit drei Chancen in den Blickpunkt. Im Scheinwerferlicht des Hauptakteurs stand da schon längst Arnold Bruggink mit einem Topspiel als Dreh- und Angelpunkt des 96-Spiels. Freiburg blieb aber gefährlich. Ein Ball kullerte an den Pfosten. 96 versuchte sich kurzzeitig im Verwalten des Ergebnisses. Schnell erkannte aber die Spieler die eigenen mangelnden Fähigkeiten dazu. Der Anschlusstreffer weckte wieder den Offensivdrang. Die Belohnung waren tolle Treffer. Den Sieg bejubelten die Fans frenetisch.
Trainer Andreas Bergmann ließ sich davon nicht anstecken. "Gegen den Ball haben wir heute unser schlechtestes Spiel gemacht. Es gab nie ein Gefühl der Sicherheit”, lautete seine Wertung. Noch treffender Kommentar von SC-Coach Robin Dutt: "Ein wildes und unorganisiertes Spiel, in dem jederzeit noch etwas ging."
• 1:0 (7. Minute) - Chaed Sofian zieht im Strafraum ab.
• 2:0 (9.) - Arnold Bruggink erwischt an der Strafraumgrenze einen Abpraller volley.
• 2:1 (34.) - Ivica Banovic kommt frei zum Kopfball
• 3:1 (45.) - Karim Haggui per Kopf nach klasse Vorarbeit von Hanno Balitsch
• 3:2 (81.) - Julian Schuster unbehindert mit dem Kopf
• 4:2 (84.) - Didier Ya Konan Nach guter Ballstafette über Bruggink und Rosenthal
• 5:2 (90.) - Sergio Pinto nimmt einen Ball volley aus der Luft - ein Traumtor.