1. Die Ganztagsschule hat eine Chefin

    Sozialarbeiterin der Sonnenbrink-Grundschule stellt sich vor / Zusätzliche Kosten für die Stadt / Schüler mit mehr Freude

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    STADTHAGEN (nb). Als erste der drei Grundschulen der Kreisstadt hat die Grundschule am Sonnenbrink den Ganztagsbetrieb aufgenommen. Der Bau der Mensa für die Schulspeisung ist in vollem Gange und die Schüler haben am Nachmittag die Auswahl zwischen sportlichen und musikalischen Angeboten.

    Diese strukturelle Veränderung bringt auch den Bedarf an zusätzlicher Betreuung mit sich. Bürgermeister Bernd Hellmann stellte deshalb nach einigen Wochen Anlaufphase die erste Grundschul-Sozialarbeiterin vor. Anja-Beatrice Janssen ist diplomierte Sozialpädagogin und stammt aus Langenhagen bei Hannover und lebt jetzt in Rodenberg. Seit Beginn des Schuljahres ist sie in 20 Wochenstunden für die soziale und emotionale Betreuung der 150 Grundschüler zuständig und sorgt dafür, dass trotz der Neuerungen alles seinen Gang geht und die Schüler den Weg zu ihren Nachmittagsangeboten finden. Schon nach kurzer Zeit ist die "Chefin der Ganztagsschule", wie die Kinder sie nennen, Anlaufstelle bei Sorgen und Problemen. Sie hat immer ein offenes Ohr und leistet auch einfach mal nur ein wenig Gesellschaft in der Ruheecke. Für die Kreisstadt bedeutet die Schaffung dieser zusätzlichen Stelle Extrakosten von 20.000 Euro. Hinzu kommen Honorarkräfte für die pädagogische Mitarbeit, die mit 47.00 Euro Eigenanteil zu Buche schlagen. Die Sachkosten erhöhen sich um 13.000 Euro, 11.000 Euro ergeben sich durch Mehrstunden, die der Schulsekretärin zugebilligt wurden. Da das Land Niedersachsen noch keine zusätzlichen Lehrerstunden zur Verfügung gestellt hat, trägt die Stadt als Schulträger die Kosten vorerst selbst. "Wir wollten so früh wie möglich anfangen", so Hellmann, " diese Entscheidung haben wir einmütig getroffen". Bildung und die Investition in Bildung sei zugesichert worden, dabei gehe es um die Verlässlichkeit der Stadt. Gerade deshalb richtete der Bürgemeister einen eindringlichen Appell an das Land, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. "Es gibt keine Grundschule, die eine Sozialpädagogin hat. Das ist etwas ganz besonderes", so Schulleiterin Petra Ammon zufrieden. Durch die hohe Anzahl der Schüler war die Einrichtung aus Sicht aller Beteiligten unumgänglich, denn die Ganztagesschule entspricht vielfachem Elternwunsch. Auch Kinder aus benachteiligten Familenverhältnissen erhalten so die Chance auf einen geregelten Tagesablauf. Nach dem Erlernen von mehr Selbstständigkeit und Verantwortung steht nun zusätzlich das Fördern der sozialen Kompetenz und des Miteinanders im Fokus der Pädagogen. "Wir wollen den Kindern gleich am Anfang die Chance geben, diese Strukturen zu erlernen. Dann haben sie es später einfacher", so Hellmann. Ammon zog bereits das erste positive Fazit: "Die Schüler kommen mit mehr Freude in die Schule, weil sie sich auf den Nachmittag und das Essen freuen." Die Unterstützung durch die Hausaufgabenhilfe macht sich im Unterrichtsablauf bemerkbar und spricht für das Konzept.

    Foto: nb

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