BAD NENNDORF (Ka). Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. In Bad Nenndorf verlegte der Künstler drei Stolpersteine mit glänzendem Beschlag. Im Beisein von Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese sowie Vertretern aus der Jüdischen Gemeinde, Kirche, Politik, Wirtschaft, den Vereinen sowie Schülern erhielt das Gedenken ein Fundament. Inzwischen liegen in über 480 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden Stolpersteine, die namentlich an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus erinnern. Mit den Worten: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", setzte Gunter Demnig in der Hauptstraße Nr. 14 und Nr. 27 Stolpersteine, die an Dr. Ernst Blumenberg sowie an Jeanette Apolant sowie ihre Schwester Franziska Kahn erinnerten. Die Stolperstein-Aktion erfuhr bereits im August 2007 die Zustimmung der Ratsmitglieder und konnte erst jetzt auf Grund bundesweitem und internationalem Interesse auch in der Kurstadt umgesetzt werden, so Reese in seiner Festansprache. Er gedachte in dem feierlichen Moment dem Arzt Dr. Blumenberg und den Kauffrauen Apolant und Kahn und ging auf ihr Leben in Bad Nenndorf wie auch auf deren Verhaftung ein. Die Stolpersteine sind für die Fußgänger nicht gefährlich, so der Künstler. Vielmehr wird mit dem Kopf und dem Herzen gestolpert, denn mit Blick auf die eingelassenen Erinnerungstafeln verneigt sich der Betrachter vor den Wohnstätten der unvergessenen Familien in Stille. Foto: ka
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Stolpersteine gegen das Vergessen
Ein Kunstprojekt für Europa zum Gedenken an jüdische Mitbürger
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