1. Betroffen und traurig über Ausgrenzung

    "Aktive Demokraten" bei Infofahrt übergangen

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RODENBERG (pd). "Wir werden als Ballast für die Stadt betrachtet und ausgegrenzt" –lautet die nüchterne Einschätzung von Matthias Schellhaus, Vorsitzender der "Aktiven Demokraten", nach einem Vorfall am vergangenen Wochenende. Nur durch Zufall hat die Gruppe davon erfahren, dass die Mitglieder der SPD/FDP- und CDU/WGR- Gruppe im Rat der Stadt Rodenberg und die Ratsmitglieder des Flecken Lauenau mit Ehepartner zu einer Informationsfahrt nach Sulingen aufgebrochen waren. An Ort und Stelle wollte sich die Delegation über eine "Service-Wohnanlage" informieren. Die "Aktiven Demokraten" waren nicht eingeladen worden. Die Wellen der Empörung schlagen hoch. Zumal die Einladung zu der Fahrt aus dem Rathaus verschickt wurde und als Adressat deutlich "Stadt Rodenberg, Der Stadtdirektor" zu lesen ist.

    Zur Vorgeschichte: Das Thema "Service-Wohnen" ist verstärkt auch in Rodenberg ein Thema. Nachdem vor einigen Monaten ein Investor mit seinen Plänen, eine Senioren-Betreuungseinrichtung hinter dem Rathaus bauen zu wollen, abgeschmettert wurde, sehen Ratsvertreter von SPD, CDU, FDP und WGR allem Anschein nach wieder Chancen für die Errichtung einer solchen Wohnanlage. Um sich über die verschiedenen Modelle zu informieren, machten sich SPD, WGR, CDU und Ratsmitglieder aller Fraktionen aus Lauenau samt Anhang am 19. September auf den Weg nach Sulingen.

    Der Ausflug bekommt jetzt einen mehr als schalen Beigeschmack, vor allem für die "Aktiven Demokraten". Die sind nämlich nicht eingeladen worden, was von den "Ausgegrenzten" als Affront gewertet wird. "Das ist die Spitze des Eisbergs", ärgert sich Volker Dahle. "Das ist Willkür. Die halten uns weiter von Informationen fern, weil denen unsere Nase nicht passt", schimpft er. Nur durch Zufall ist Matthias Schellhaus am vergangenen Sonnabend auf die Reisegruppe im Saal des Rodenberger "Ratskellers" getroffen, wo der Ausflug seinen gemütlichen Abschluss gefunden hat. "Ich war wie vor den Kopf gestoßen, als ich die da habe sitzen sehen", so Schellhaus. Auf Umwegen hat ihm jemand dann die Einladung zu der Fahrt zugespielt, und da ist ihm und seinen Mitstreitern vollends der Kragen geplatzt: "Das ist eine offizielle Einladung aus dem Rathaus", so die Vermutung. Und sie fragen sich, wer die Fahrt, zu der sie keine Einladung erhalten haben, finanziert hat.

    Er habe überlegt, erneut die Kommunalaufsicht anzurufen und es dann schließlich doch gelassen, so Dahle frustriert. Bei Anfragen in der jüngsten Vergangenheit habe er den Eindruck gehabt, von dieser Behörde nicht gerade "fair" behandelt worden zu sein. "Wir wenden uns lieber an die Öffentlichkeit, um die Vorgänge offen zu legen".

    Stadtdirektor Uwe Heilmann stellt fest, dass es sich bei der Fahrt nach Sulingen um eine Einladung der Fraktionen SPD/FDP und CDU/WGR sowie der Ratsfraktionen in Lauenau gehandelt habe. "Das war keine Einladung der Verwaltung. Aber wenn die Fraktionen so etwas organisieren, dann sind wir gerne behilflich", so Heilmann und meint damit unter anderem das Verfassen der Einladung. Dass dabei der Briefkopf mit "Stadt Rodenberg" und "Der Stadtdirektor" nicht gelöscht wurde, findet er "auch nicht so prall". Außerdem gibt der Verwaltungschef zu, dass er die ganze Sache anders angepackt hätte. Und, führt er weiter aus, wenn die "Aktiven Demokraten" so etwas oder ähnliches vorhätten, werde die Verwaltung natürlich auch ihnen unterstützend zur Seite stehen. Finanziert wurde der Ausflug in die Nähe von Bremen von den Fraktionen selbst.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an