RINTELN (ste). Eigentlich waren sich im Rintelner Rat alle darüber einig, dass auch nach der Schließung des Rintelner Kreiskrankenhauses der Standort der Rettungswache und des Notarztes in Rinteln erhalten bleiben muss. Und mit einem Schreiben vom 30. Juli hatte Ursula Müller-Krahtz auch bestätigt, dass das Rettungsdienstgesetz eine räumliche Nähe von Rettungswache und Notarzt vorsehe: "An diesem System wird sich auch nichts ändern", so Müller-Krahtz. Die WGS hatte das Thema dennoch auf die Tagesordnung des Rates gesetzt und Heinrich Sasse hatte Zweifel, ob Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier den Notarztstandort für Rinteln beibehalten wollte: "In der Presse hatte er den Standort in Frage gestellt", so Sasse. Dabei sei der Standort für die Bürgerinnen und Bürger quasi lebenswichtig: "Es geht hier im wahrsten Sinne des Wortes um unseren Lebensnerv!" Einen so wichtigen Punkt der medizinischen Versorgung sollte man dem Landrat nicht zum Fraß vorwerfen.
Nina Weißer von den Grünen nahm die Schärfe aus der Diskussion. Sie sah in den Vorschriften des Rettungsdienstgesetzes, an die auch der Landkreis Schaumburg gebunden sei, eine klar definierte räumliche Nähe zwischen Rettungswache und Notarzt und in der schriftlichen Bestätigung des Landkreises ein klares Bekenntnis zur Beibehaltung des status quo. Als dann Sasse dieses Schreiben als Reaktion des Landkreises auf den WGS-Antrag sah, kam es zu einer heftigen Erheiterung im Rat: "Wenn die liebe Sonne lacht, dann hat die WGS das gemacht", scherzte Grünen-Ratsdame Ursula Helmhold und am Ende wurde der neuformulierte Antrag von Sasse abgelehnt, der Rettungssanitätern keine Notarztaufgaben übertragen sehen wollte: "Das geht rein rechtlich überhaupt nicht", so Helmhold.
Der Rat votierte am Ende rein symbolisch darüber, dass der Notarztstandort und die Rettungswache, so wie im Landkreisschreiben auch zugesichert, in Rinteln verbleiben soll. Foto: ste