RINTELN (ste). Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, da sind sich Jutta Meves (Comenius Kindergarten), Angelika Hamschmidt-Filz (Nikolai-Kindergarten), Nicole Heine (Oberlin-Kindergarten) sowie Martina Meier vom Kindergarten Steinbergen und Bärbel D‘Amalia vom Kindergarten Deckbergen einig. Die einzelnen Gruppen sind zu groß und in der Betreuung muss für die qualifizierte Arbeit auch so Einiges geschehen. Zwei Quadratmeter stehen einem Kindergartenkind von drei bis sechs Jahren zur Verfügung. Eindeutig zu wenig für eine individuelle Entfaltung, die bei einer Gruppengröße von 20 bis 25 Kindern ohnehin sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich erscheint. Weg von dem Motto "Masse statt Klasse" fordern die Kindergärten. Vier Quadratmeter pro Kind sollten es mindestens sein und 15 Kinder in einer Gruppe sind angestrebt für eine gute und individuelle Förderung unserer Zukunft: der Kinder. Immer mehr Aufgaben werden an die Erzieherinnen gestellt, da sind zum Beispiel die Vor- und Nachbereitung des Kindergartenaltags oder die Protokolle und die einzelnen Endwicklungsberichte der Kids - mehr Stunden oder Personal gibt es dafür nicht. Die im Gesetz Anfang der 90er Jahre festgesetzten Mindeststandards gelten auch heute trotz der höheren Anfoderungen noch immer. Zeit für Fordbildung bleibt da auf der Strecke, so die Kindergartenleiterinnen. Und das, wo seit Pisa ja alle wissen, dass die Bildung bereits im Kindergartenalter beginnt. Die Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen "Kinder sind mehr Wert" hat aufgrund der verschlechterten Rahmenbedinungen sechs wichtige Punkte für eine bessere Zukunft in Kindertagestätten zusammengestellt:
1. Maximale Fachkraft-Kind-Relation und Gruppengröße,
2. Verbindliche Bereitstellung von mittelbarer pädagogischer Arbeitszeit,
3. Angemessene Freistellung für Leitungsaufgaben,
4. Aufwertung des Raumstandards,
5. Gute Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte und
6. Gewährleistung von Fachberatung.
Auch ein niedersachsenweiter Aktionstag, auf dem die Kitas zu den Rathäusern wanderten, wurde in der Kampagne durchgeführt.
Rintelns Kindergärten lehnten das jedoch aus verschiedenen Gründen ab:
"Wir können den Kindern doch nicht sagen, dass ihre Betreuung schlecht sei, es ist einfach Sache der Erwachsenen, sich um die Problematik zu kümmern", so Angelika Hamschmidt-Filz. Und Jutta Meves fügt dem hinzu, dass der Bürgermeister ohnehin nicht der richtige Ansprechpartner sei - sondern die gesetzlichen Vorgaben vom Landtag festgelegt werden und Rinteln mit zwei freien Kindergartenjahren viel für den Nachwuchs investiere.
In vielen Kindergärten gibt es zu diesem Thema Ausstellungen für die Eltern und Interessierte. Flyer liegen bereit mit hilfreichen Informationen und wer noch mehr Infos über die Kampagne oder Berichte zu den einzelnen Aktionen sucht, wird im Internet unter www.kinder-sind-mehr-wert.de fündig.
Foto: ste