RINTELN (km). Fast wäre der Tag des offenen Denkmals am Sonntag gleichsam vom Regen fortgespült worden. Erst am Nachmittag klarte der Himmel auf, und zeitweilig wurden die 27 historischen Objekte im Großraum Rinteln dann sogar von der Sonne beleuchtet.
Bereits am Samstag war die Veranstaltung im Prinzenhof eröffnet worden. Sparkassen-Vorstandsmitglied Günther Klußmeyer konnte dabei neben Sigmund Graf Adelmann, dem Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft, auch den neuen Präsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Stefan Winghart, sowie Staatssekretär Dr. Josef Lange vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur begrüßen.
Vier der Baudenkmäler nahmen die hochrangigen Gäste am Samstag unter die Lupe, insgesamt 27 waren am Sonntag für die Öffentlichkeit geöffnet - vom Rokoko-Gartenpavillon an der Hartlerstraße über die Kürbisscheune in Westendorf bis hin zur Schaumburg. Und selbstverständlich waren auch alle Kirchen und das Möllenbecker Kloster geöffnet.
Eine der interessantesten Etappen war der einzige Ort, der im Programm ohne Bild vorgestellt worden war: Auf dem "Aldi"-Parkplatz an der Stoevesandtstraße hatte der Arbeitskreis Archäologie des Heimatbundes die ersten Ursprünge der Stadt Rinteln markiert - das mittelalterliche Kirchdorf Alt-Rinteln.
Bis in das 15. Jahrhundert bestand dort eine Siedlung, die nach der Stadtgründung zugunsten des heutigen Rintelns verlassen wurde. Die frühesten Anfänge des um 1150 erstmals erwähnten Dorfes "Renthene" sind bereits vor mehr als 2000 Jahren datiert. Darauf lassen Funde von entsprechenden Urnengräbern in unmittelbarer Nähe schließen. Größere Bedeutung erhielt der Ort im Hochmittelalter, als die benachbarte Weserfurt immer stärker genutzt wurde, bis man schließlich um 1225 eine hölzerne Brücke errichtete.
Irmgard Knoch und Ursula Petri vom Arbeitskreis Archäologie hatte für die Besucher mit Kreide die Grundrisse der noch heute im Boden befindlichen Grundmauern der Kirche (sogar mit einer kleinen Nachbildung des Altars an originaler Position) sowie den umgebenden Friedhofsbereich kenntlich gemacht.
Auch einiger der Gräber auf dem Friedhof waren kenntlich gemacht worden - direkt vor dem Schaufenster eines Schuhhauses. -
Über guten Zuspruch konnte sich in der Innenstadt der neu gegründete Arbeitskreis Denkmalschutz freuen, der vor dem Alten Museum einen Informationsstand aufgebaut hatte, Zur Freunde zahlreicher Besucher konnte das Gebäude, das wegen seiner Baufälligkeit und der Versteigerung vor einigen Wochen lange im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hatte, am Nachmittag auch besichtigt werden. Viele zeigten sich dabei über die großzügige Raumaufteilung überrascht. Arbeitskreis-Vorsitzender Dr. Alexander Lattermann konnte vor Ort bestätigen, dass im Erdgeschoss des Hauses ein Café eingerichtet werden soll - mit einem "Betreiber aus der Region". Foto: km