RINTELN/OBERNKIRCHEN (km). Mittelalterliche Kirchengeschichte pur erlebten Mitglieder und Freunde der Rintelner Senioren-Union jetzt bei einem Besuch im Stift Obernkirchen. Nicht weniger beeindruckt zeigten sich die Besucher von den Exponaten der Bildhauer beim achten internationalen Obernkirchener Symposium.
Bild_01: Die Mitglieder der Senioren-Union beim Besuch im Stift
Das Augustiner-Chorfrauen-Stift wurde im Jahr 1167 von Bischof Werner von Minden begründet - als Heimstatt für eine freie Gemeinschaft von Frauen, die sich im Zuge der großen Frömmigkeitsbewegung von ihren familiären Bindungen losgelöst hatten. Die Augustinerinnen kümmerten sich vor Ort um Arme, Kranke und Durchreisende.
Der gleiche Bischof Werner initiierte auch den romanische Kirchenbau, von dem sich im gotischen Neubau noch erhebliche Reste befinden. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche des Ortes und Archidiakonatskirche für eines der Dekanate des Bistums Minden.
Das Dorf Obernkirchen wurde 1181 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zum Marktflecken erhoben. Dennoch behielt das Stift bis 1560 die uneingeschränkte Herrschaft über den Ort - sehr zum Unwillen vieler Bewohner. 1560 verlor das Kloster seine alten Rechte und wurde in ein adliges "Fräuleinstift" umgewandelt, das vor allem für Töchter des Schaumburger Adels bestimmt war. 1647 gingen das Stift und der Ort in den Hoheitsbereich der Landgrafen von Hessen über. 1810 aufgelöst, wurde es schon 1814 wiederbegründet und gelangte 1866 mit Kurhessen an das Königreich Preußen und nach Zerschlagung die Landes 1945 an das neugeschaffene Bundesland Niedersachsen, dessen aus der Reformation hervorgegangene Klosterkammer Hannover es seitdem unter der Obhut hat. Noch heute residiert im Stift ein evangelisches Damenkapitel unter der Leitung einer Äbtissin. Foto: km