BAD NENNDORF (ih). Brenzlige Situationen an der Rodenberger Allee beobachten Christopher Bock und Winfried Spieker täglich. Nachdem die Fahrbahndecke der Haupteinfallstraße Bad Nenndorfs erneuert wurde, fehlt bis heute die Markierung des Fußgängerüberweges an der Einmündung in die Bahnhofstraße (wir berichteten). Die beiden Anwohner haben nun einen offenen Brief am Bürgermeister Bernd Reese geschrieben:
"Sehr geehrter Herr Reese, aus gegebenem Anlass wenden wir uns wegen des Zebrastreifens auf der Rodenberger Allee 1 bis 2 an Sie.
Nachdem wir insgesamt dreimal bei Ihrer Verwaltung vorstellig wurden und die Notwendigkeit und die damit verbundene Dringlichkeit erläuterten, glaubten wir noch trotz berechtigter Zweifel an die Einsicht des oder der zuständigen Entscheidungsträger. Es passierte jedoch nichts, sogar der Zeitungsartikel am Samstag, dem 5. September brachte keinerlei Reaktion.
Jeden Tag sehen wir als Anwohner brenzlige Situationen und es grenzt an ein Wunder, dass noch kein Unfall geschehen ist. Muss denn erst jemand verletzt oder gar zum Krüppel gefahren werden? Wohl möglich noch ein Kind?
Eventuelle wirtschaftliche Erwägungen, das ganz auf einen günstigeren, späteren Zeitpunkt zu verschieben hin oder her, der Schutz der Bürger dürfte doch wohl hohen Vorrang haben!
Wir waren bis jetzt der Meinung, dass ein Stadtdirektor, Kraft seines Amtes, die Beseitigung dieser Gefahrenstelle kurzerhand anordnen kann, das heißt unverzüglich fünf Streifen auf die Straße malen zu lassen. Dazu wird doch bestimmt weder Ratsbeschluss noch ein teures Gutachten nötig sein!!
Im Übrigen weisen wir darauf hin, dass die augenblickliche Situation höchst missverständlich ist: die abgesenkten Bordsteinkanten, die Unterbrechung des rechten Parkstreifens mit Fußgängerpflasterung (rot), Peitschenlampe und das Verkehrsschild, zwar noch abgedeckt, sind alles Hinweise auf einen offiziellen Fußgängerüberweg. Was fehlt, sind einzig und allein die fünf weißen Striche. So sehen das viele Bürger, besonders alte Leute und Kinder.
Im Falle eines schwerwiegenden Personenschadens kommt es mit Sicherheit zum Prozess mit ungewissem Ausgang, in dem zwangsläufig auch die Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers auf den Tisch kommt. Und Eigentümerin ist hier die Stadt Bad Nenndorf.
Das kann richtig teuer werden, von den nachträglichen Skrupeln und Vorwürfen mal abgesehen!!
Bei genauer Betrachtung der Angelegenheit treibt es einem die Zornesröte ins Gesicht, zu sehen, mit welchem Selbstverständnis an den Belangen der Mitbürger vorbeiregiert wird.
Im übrigen ist die Stimmung der betroffenen Bevölkerung nicht anders. Die Ansichten reichen von Unverständnis über Frechheit bis zum Skandal. Der Zebrastreifen muss her!! Bevor es zu einem Unfall kommt."