RINTELN (km). Zum Tag des offenen Denkmals stellt der Heimatbund-Arbeitskreis Archäologie am morgigen Sonntag auf dem Aldi-Parkplatz an der Stoevesandtstraße den Platz des mittelalterlichen Kirchdorfes "Alt"-Rinteln vor. Bis in das 15. Jahrhundert bestand dort eine Siedlung, die nach der Stadtgründung zugunsten des heutigen Rintelns verlassen wurde.
Die frühesten Anfänge des um 1150 erstmals erwähnten Dorfes "Renthene" sind bereits in die Eisenzeit vor mehr als 2000 Jahren zu datieren. Darauf lassen Funde von entsprechenden Urnengräbern in unmittelbarer Nähe schließen. Größere Bedeutung erhielt der Ort im Hochmittelalter, als die benachbarte Weserfurt immer stärker genutzt wurde, bis man schließlich um 1225 eine hölzerne Brücke errichtete.
Für die Schaumburger Grafen wurde die Siedlung um diese Zeit Ausgangspunkt für die Neugründung des heutigen Rinteln am Südufer der Weser. Dabei diente die Kirche des Dorfes für einige Jahre dem für die Stadt bestimmten Frauenkloster Sankt Jakobi aus Bischoperode bei Stadthagen als vorübergehende Bleibe. Sogar die Beisetzung Konrads, des älteren Bruders des Stadtgründers Graf Adolf IV. von Holstein-Schaumburg soll in dort erfolgt sein. Der Arbeitskreis will für die Besucher mit Kreide den Grundriss der noch heute im Boden befindlichen Grundmauern der Kirche sowie den umgebenden Friedhofsbereich kenntlich machen. Außerdem informieren die Mitglieder anhand von Karten und originalen Fundstücken über wissenswerte Details aus der Geschichte der alten Siedlung.
Interessierte haben die Gelegenheit von zehn bis elf Uhr einen verborgenen, aber bedeutenden Teil der frühmittelalterlichen Geschichte Rintelns wiederzuentdecken.