1. Mehr Familiennähe im "Jugendhof Hirschkuppe"

    Erlernen von Konsequenzen und wenn nötig wird "Baby-Simulator" eingesetzt

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    STEINBERGEN (ste). Der "Jugendhof Hirschkuppe" ist nicht nur ein heilpädagogisch orientiertes Heim der freien Jugendhilfe, sondern wird auch dem Anspruch eines mittelständigen Unternehmens gerecht. Davon konnte sich jetzt der CDU-Bundestagskandidat Christopher Wuttke überzeugen, als er die von Jürgen Kruska 1974 gegründete private Einrichtung besuchte. Zusammen mit der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Gaby Schalkowski, dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Hans-Gerd Depping und dem CDU Kreistagsabgeordneten Udo Schobeß, erhielt Wuttke Einblicke in ein überaus klar strukturiertes Unternehmen, das mit viel Engagement für die Sache auch teilweise besondere Wege geht. Und der Erfolg gibt Kruska recht. 365 Tage im Jahr werden hier im 24-Stunden-Betrieb 48 bis 50 Kinder und Jugendliche von 33 festen Mitarbeitern auf dem großen Gelände mit verschiedenen Häusern und auch angegliederten Wohngemeinschaften betreut. "Ich wollte immer jedes Kind kennen," so der Heimleiter, der den "Background" als ganz entscheidend für die pädagogische Arbeit sieht. "Drei nach Alter unterteilte Gruppen mit jeweils zehn Kindern gibt es hier", fügt Kruska an, der altersgemischte Familiengruppen bereits in den 70er Jahren abschaffte. Erzieher, Diplom-Sozialarbeiter und Diplom-Pädagogen bewältigen das tägliche Arbeitspensum, das letztendlich im Gesamtbild den Ablauf einer Familie sehr nahe kommt. Bewährt hat sich zudem der Einsatz einer "Gruppen-Oma", die sich - ohne auf die Uhr zu schauen - sehr vielen zwischenmenschlichen Bereichen widmet. Sie hat Zeit für Sorgen und Nöte, backt mit den Kindern Kuchen oder presst Holundersaft aus oder bringt auch mal viel Zeit mit für einen Krankenbesuch. Der Alltag in dem familiennah strukturierten Ablauf stellt an Kinder und Jugendlich die Anforderung des sich Einbringens, des Tragens von Konsequenzen oder die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln. "Es wird immer schwieriger geeignetes Personal zu finden," unterstreicht Kruska, und dabei schätzt er nicht nur fachliche Fähigkeiten sondern auch Wertigkeiten wie eigenes Vorbild, vernünftige Kleidung, Umgangsformen und -ton und auch sicheres schulisches Wissen, denn wie will ansonsten die Hausaufgabenbetreuung gewährleistet sein. Das Leistungsprinzip stets befürwortend, pflichtet ihm Wuttke gerne bei: "Da sprechen Sie mir aus der Seele. Wir liberalisieren immer weiter, kommen schulisch kaum mit und die Bildung sackt ab!" Die Erklärung, warum im Besprechungszimmer auf einer Wickelunterlage eine lebensgroße Baby-Puppe liegt, bleibt Kruska dem fragenden Blick des CDU-Kandidaten dann nicht schuldig. Die Sehnsucht nach Familie lasse bisweilen bei jugendlichen Mädchen den Wunsch nach einem Kind aufkommen. Um diese Probleme zu lösen, ist er einen ganz besonderen Weg gegangen. Ein Baby-Simulator wurde angeschafft, eine Puppe vom Gewicht eines Babys und mit vielen ähnlichen Bedürfnissen eines Neugeborenen. Wer dem Kinderwunsch Ausdruck gibt, darf in echt nachempfinden, wie das mit einem Kind ist. Foto: privat

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