STADTHAGEN (bb). Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting hat im Stadthäger Ratskeller zum Thema "Integrationspolitik" gesprochen. Rund 30 Interessierte waren der Einladung zu der vom heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy initiierten Diskussionsveranstaltung gefolgt.
Ehrhart Körting, der Berliner Innensenator, schildert die Integrationspolitik im Stadtstaat Berlin.
Körting gab in seinem einführenden Referat einen differenzierten Überblick über den Stand der Integration von Einwanderergruppen verschiedener Herkunft in Berlin. Die Bundesrepublik habe sich nie als Einwanderungsland verstanden. So sei nie der Versuch gemacht worden, Einwanderung systematisch zu steuern. Dies habe bis heute Konsequenzen für die Integration.
Je größer eine Gruppe, desto stärker sei ihre Tendenz, sich abzuschotten. So gebe es in Berlin Straßenzüge, die sehr stark etwa von türkischen Einwanderern geprägt seien.
Anders als oft behauptet, gebe es jedoch keine "No-Go-Areas". Deutsche und Einwanderer anderer Herkunft könnten sich dort sehr wohl problemlos aufhalten. Trotzdem sei diese Abschottung in eigenen Viertel der Integra-
tion der dort Lebenden nicht förderlich. Andererseits habe sich unter den Einwanderern in Berlin mittlerweile ein Mittelstand entwickelt, der etwa großen Wert auf die Ausbildung und Integration seiner Kinder lege. Migranten hätten bis heute etwa 5000 Unternehmen im Stadtstaat aufgebaut, bildeten mittlerweile einen wichtigen Wirtschaftsfaktor.
Auf die Vielzahl der verschiedenen Gruppen mit unterschiedlichem Integrationsstand reagiere Berlin mit einem breiten Instrumentarium an Sprach-, Integrations- und speziellen Weitbildungskursen. Großer Wert werde auch auf die Früherziehung gelegt, so Körting. Gleichzeitig unterbreite Berlin viele Angebote zur Pflege der kulturellen Identität aus den Herkunftsländern.
Eine wichtige Voraussetzung für die Integration sei auch, dass man von den Migranten nicht nur Toleranz fordere, sondern sich auch der Religion der Einwanderer gegenüber tolerant zeige. Nur so würden sich auch die Herzen der Menschen gewinnen lassen.
Foto: bb