BAD NENNDORF (pd). Seit 20 Jahren gibt es das "Kulturforum Bad Nenndorf" und genau so lange ist Karl-Heinz Werner der 1. Vorsitzende. Beim Rückblick auf bereits gelaufene Veranstaltungen im Jubiläumsjahr hatte Werner nur Positives zu berichten. Auch die besonderen Höhepunkte die noch folgen, ein Konzert mit dem Knabenchor Hannover am 29. November und ein Konzert mit Weltstar Helen Donath am 13. Dezember, ließen die Augen des Vorsitzenden funkeln. Doch die Tatsache, dass der Verein das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 mit einem finanziellen Minus von mehr als 4000 Euro in der Kasse abschließen muss, kratzt etwas an der ansonsten so glänzenden Bilanz.
Der 1. Vorsitzende des "Kulturforums", Karl-Heinz Werner (li.) und sein Stellvertreter Winfried Busse.
"Wir können größere Konzerte mit besonderen Künstlern nur noch anbieten, wenn wir großzügige Sponsoren in der Hinterhand haben", machte Werner bei der Mitgliederversammlung im Pavillon der Curanum-Residenz deutlich. Und wenn Förderer wie die VR-Stiftung und die Volksbanken in Schaumburg als Sponsoren auftreten, sieht der Vorsitzende dies auch als eine Art Anerkennung für die gute geleistete Arbeit mit einem breit gefächerten Programm. "Wir brauchen Zuschüsse", machte Werner unmissverständlich immer wieder deutlich.
Die Situation des "Theaterkreises" skizzierte Winfried Busse. Die nach seinen Worten "wesentliche Säule" in der Spartenvielfalt des "Kulturforums" sei in der Saison 2008/2009 recht erfolgreich gewesen. "Vor allem finanziell. Unterm Strich war das die billigste Spielzeit seit Bestehen der Sparte". Zwei Stücke konnten sogar mit einem Plus abgerechnet werden. Einen großen Zuspruch gab es für das Stück "Fettes Schwein", das 253 Zuschauer im Kurtheater sehen wollten. Der Klassiker "Leonce und Lena" konnte dagegen nur 145 Theaterfreunde locken. "Die fetzigen Titel ziehen eben mehr", so das Resümee von Busse.
Er werde bei der Auswahl der Stücke in Zukunft noch mehr als bisher auf die jüngere Zielgruppe unter den Theaterfans setzen. Bei der Zusammenstellung des Spielplans und der finanziellen Möglichkeiten sei die Auswahl an Stücken ohnehin begrenzt. Auch weil die technischen Voraussetzungen im Kurtheater nicht jede Inszenierung möglich machen würden, ergänzte Busse.
Gerne würde der "Theaterkreis" im "Kulturforum" die Zahl der Abonnenten weiter erhöhen. Bislang sind es 135 Theaterfreunde. Nach wie vor steht Susan Borcherding für Anmeldungen und Auskünfte über das Theater-Abo zur Verfügung. Borcherding ist telefonisch in der Woche ab 15 Uhr unter der Rufnummer 05723/914691 erreichbar. In der kommenden Saison müsse mit weiteren Preissteigerungen gerechnet werden. Allein an Honoraren seien für die elf Vorstellungen 11 000 Euro mehr fällig als noch in der letzten Spielzeit. Angeboten werden dafür acht Vorstellungen im Abonnement-Theater, eine Schülervorstellung im Gymnasium Bad Nenndorf und zwei Kindervorstellungen.
Die befürchteten Mehrkosten waren auch ein Thema beim Kassenbericht von Schatzmeister Dirk Schwiezer. Nach seinem Bericht summierten sich die Sach-, Personal- und Veranstaltungskosten im Geschäftsjahr 2008 auf rund 64 000 Euro. Diesen Ausgaben standen lediglich 26 631 Euro an Eintrittsgeldern gegenüber. Von der Stadt gab es 18 000 Euro, von der Schaumburger Landschaft 7500 Euro an Zuschüssen. Die Mitglieder brachten 4430 Euro an Beiträgen auf. Die Verluste in Höhe von 4090 Euro seien noch durch Rücklagen gedeckt, so Schwiezer. Er ist optimistisch, dass sich die Finanzlage des Vereins aufgrund der gut besuchten Veranstaltungen in diesem Jubiläumsjahr etwas entspannen wird. Eine echte Entwarnung für die weitere Zukunft gab er aber nicht.
Insgesamt sahen sich 1919 Kulturfreunde die in der letzten Saison angebotenen neun Theatervorstellungen an. 824 Interessierte waren bei zehn Vorträgen, Lesungen und Konzerten im Publikum. Die Diavorträge schauten sich 568 Personen an und 62 waren es bei den Künstlerporträts. Die Kinderkunstausstellung stieß bei 450 Besuchern auf Interesse.
Für das "Kulturforum Bad Nenndorf" könnte im nächsten Jahr eine Ära zu Ende gehen. Der erste Vorsitzende Werner und sein Stellvertreter Busse kündigten an, bei den nächsten Vorstandswahlen nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Foto: pd