STADTHAGEN (mr). Jetzt ist Anas wieder in seiner Heimat. Vor über einem halben Jahr ist der zwölfjährige Junge aus dem Jemen mit einer Schussverletzung in das Kreiskrankenhaus Stadthagen des Klinikums Schaumburg gebracht worden. Nach zahlreichen Operationen, Ruhephasen, Medikamenten und einer großen Portion Fürsorge von allen Seiten haben Prof. Dr. Christian Hegelmaier, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung, und ein Team aus Pflegern, Krankenschwestern, Gasteltern und Praktikanten den aufgeweckten Jungen im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine bekommen.
Christine Deppmeyer und der Praktikant Tarek Abu Dogoch sind zwei Personen von vielen, die liebevoll zu der Genesung von Anas beigetragen haben.
Anas zog sich beim Spielen mit einer Schusswaffe die Verletzung im Bein zu. Es folgte eine schwere Knochenmarkentzündung, die sich oftmals bei Schussverletzungen einstellt und in seiner Heimat nicht angemessen behandelt werden konnte. Der Verein Hammer Forum schaltete sich ein.
Seit vielen Jahren leistet der Verein humanitäre Hilfe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Schon oft haben Hegelmaier und sein Kollege Dr. Eckhardt Flohr, damaliger Chef der Inneren Abteilung des Krankenhauses, vor Ort verletzte Kinder behandelt und im Kreiskrankenhaus Stadthagen Patienten aus den Krisenregionen aufgenommen.
Für Anas bedeutete die enge Zusammenarbeit Hegelmaiers mit der Organisation wohl die Rettung seines Beines. Der Spezialist konnte eine Beinamputation verhindern. Nach langer medikamentöser Behandlung und zahlreichen Operationen ist Hegelmaier sehr zuversichtlich: "Ich gehe davon aus, dass der Junge auf beiden Beinen groß wird." Noch lief Anas auf Unterarmgehstützen durch das Klinikum oder das Haus seiner Gasteltern.
Die Pflegedienstleiterin Christine Deppmeyer hat den Jungen schnell in ihr Herz geschlossen, auch wenn er sich mehr von ihrem Mann als von ihr hat sagen lassen. Vieles lernte sie über ihn, seine Heimat und seine Mentalität kennen.
Schnell lernte er deutsch und staunte über selbständige Frauen, die arbeiten und ein eigenes Leben führen. Nach den ersten Monaten Krankenhausaufenthalt wohnte er am Wochenende, später auch unter der Woche abends, bei den Deppmeyers. Trotz der Beziehung, die sich aufgebaut hat, ist Deppmeyer froh, ihn wieder in die Heimat entlassen zu dürfen. Schließlich gehört Anas zu seiner Familie. Foto: mr