RINTELN (km). Am ersten September 2008 ging unter der Regie des Kinderschutzbundes ein neuer sozialer Service an den Start: Das Familienpaten-Projekt. Ein Jahr später werden mittlerweile 16 Rintelner Familien durch Paten begleitet. Die Grundidee des Projektes war einfach: Ehrenamtliche Mitarbeiter des Kinderschutzbundes besuchen ein bis zwei mal pro Woche eine Familie und entlasten die Eltern, indem sie mit den Kindern spielen, lernen oder nach draußen gehen.
Albrecht Schäffer
Gemäß dem Motto "Eltern stützen - Kinder schützen!" soll dadurch erreicht werden, "dass Kinder gesund aufwachsen und zu ihrem Recht kommen, indem man ihren Eltern frühzeitig eine Unterstützung auf freiwilliger Basis anbietet, bevor ihnen die Probleme über den Kopf wachsen," wie es Projektleiter Albrecht Schäffer formulierte. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich für Familien zu engagieren, sei in Rinteln erfreulich groß. Bereits kurz nach den ersten Aufrufen in der Presse hätten sich zahlreiche Interessente gemeldet. - Bis heute konnte Albrecht Schäffer 20 Ehrenamtliche in zwei Schulungsreihen für den Tätigkeitsbereich. Dazu der Projektleiter: "Ehrenamtliche genießen das Vertrauen von Eltern mit kleinen Kindern. Das ist eine gute Chance, einen Zugang in belastete Familien zu bekommen."
Die anhaltende Nachfrage zeige nachmalig, dass es in Rinteln "für diese Art niedrigschwelliger Unterstützung" einen Bedarf gebe. "Überlastete Eltern werden von Kinderärzten, Beratungsstellen, Erzieherinnen oder vom Jugendamt auf das Familienpaten-Projekt aufmerksam gemacht," so Schäffer. Das zeige, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit aller Institutionen sei, die mit Familien zu tun haben. Aktuell werden bereits 16 Familien wöchentlich von einem Paten besucht. Darunter sind Alleinerziehende mit bis zu vier Kindern, Familien, die in Rinteln noch niemanden kennen und Eltern, die durch eine Erkrankung im Alltag belastet sind. Weil noch nicht für alle Anfragen ein passender Betreuer gefunden werden konnte, will Albrecht Schäffer im Oktober erneut eine Schulungsreihe für Ehrenamtliche anbieten. Die Interessenten sollten neben einer gewissen Lebenserfahrung vor allem Toleranz, Ausdauer und Einfühlungsvermögen mitbringen. "Ich möchte auch in Zukunft den fachlichen Austausch mit Projekten in der Region pflegen, die sich ebenfalls mit Ehrenamtlichen um junge Familien kümmern", betonte Albrecht Schäffer. So sei noch im September ein Gespräch mit der Koordinatorin des Projektes "Prima" geplant, die im Kreis Minden-Lübbecke Helferinnen in Familien mit kleinen Kindern vermittelt. Das Familienpaten-Projekt, das gerade auch junge Eltern mit kleinen Kindern erreichen möchte, wird vom Land Niedersachsen, dem Landkreis und der Bürgerstiftung Schaumburg finanziell gefördert. Daher entstehen den Familien keine Kosten, wenn sie sich für die Unterstützung durch einen Familienpaten entscheiden. Nähere Informationen gibt es bei Albrecht Schäffer unter der Telefonnummer 05751/965218 oder im Internet unter der Adresse "www.kinderschutzbund-rinteln.de".