HÜLSEDE (al). Gleich zweimal feiern in dieser Woche die Hülseder Eheleute Ernst und Gertrud Gehrmann ihre Diamantene Hochzeit: Am heutigen Mittwoch, weil dies vor genau 60 Jahren der Tag vor dem Standesamt gewesen ist, und am kommenden Sonnabend mit einem Gottesdienst vor dem Altar, an dem sie sich 1959 das Ja-Wort gegeben haben: in der Hülseder Ägidienkirche.
Während die Jubilarin in Schmarrie geboren wurde, mit der Familie jedoch bereits als Kleinkind nach Hülsede kam, verschlug es Ernst Gehrmann durch die Wirren des Krieges an den Süntel. "Das erste Mädchen", das ihm auffiel, war Gertrud – als Konfirmandin. Drei Jahre später wurden sie ein Paar und wagten sich an den gemeinsamen Lebensweg. "Jung gefreit, nie gereut", sagt die 77-Jährige und stupst den 83-jährigen Familienvater scherzhaft am Arm. Sechs Kinder sind aus der Ehe hervorgegangen; eines ist frühzeitig gestorben. Die große Familie erforderte alle Anstrengungen. Ernst Gehrmann, der kriegsbedingt keine Ausbildung absolvierte, suchte sich Arbeit, wo er sie nur finden konnte: in der Ziegelei in Messenkamp, in der Hülseder Stuhlfabrik Knolle und später viele Jahre bei Teves in Barsinghausen. Gertrud kümmerte sich um Küche und Kinder.
Als diese größer waren, arbeitete sie bei Kracke in Hülsede. Zum Feierabend aber warteten Garten und Stall: Jährlich wurden zwei Schweine geschlachtet; die Ernte musste bevorratet werden. "Im Keller war unser Supermarkt", freut sich der Senior noch heute.
Erst zum Lebensabend ließen sie es ruhiger angehen. Jetzt waren endlich die Reisen möglich, an den beide so viel Gefallen fanden. Nun müssen sie etwas kürzer treten: Schlaganfall und Herzoperation verlangen ihren Tribut. Aber die Gehrmanns sind zufrieden mit ihrem Leben – und freuen sich über sieben Enkelkinder. Foto: al