1. Mehr Kinder, Bildung und ein neues Gefühl für Patriotismus

    Wahlkampf-Auftakt mit Otto Wulff und Philipp Missfelder

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    RINTELN (km). Das "Streitgespräch" blieb am Ende aus - ebenso wie der angekündigte Dialog zwischen Jung und Alt: Zu deckungsgleich erwiesen sich die Argumente von Philipp Missfelder, dem Bundesvorsitzende der Jungen Union, und Professor Dr. Otto Wulff, dem Bundesvorsitzenden der Senioren-Union, beim Wahlkampf-Auftakt der Schaumburger CDU im Brückentorsaal.

    Die Vertreter zweier Generationen waren auf Einladung von Christopher Wuttke, dem heimischen Bundestagskandidaten, vorstellig geworden - in Kooperation mit der Jungen Union und der Senioren-Union Nienburg und Schaumburg. Während Wuttke die rund 100 Parteifreunde im Brückentor als Conferencier unterhielt, gab vor allem Senior Otto Wulff bei seinem Auftritt richtig Gas.

    Ebenso wie der 30-jährige Missfelder - als demnächst zweifacher Vater - forderte Wulff eine kinderfreundlichere Gesellschaft ("ich wüsche mir lieber Frauen mit Kinderwagen als mit einem Hund an der Leine"). Der Ex-Leistungssportler ließ sich bei seinem dynamischen Redebeitrag nicht einmal vom Applaus seiner Parteifreunde bremsen. Es gebe keine kinderlose Bibel, aber es gebe eine kinderlose Gesellschaft, stellt der 76-Jährige fest - und die habe keine Zukunft. "Wir leben in einer Welt mit immer weniger jungen und immer mehr älter Menschen," so Wulff, der gleichzeitig befürchtete, dass "uns die historische Erfahrung fehlt, mit diesem Problem umzugehen" und "Fantasie und Visionen" anmahnte.

    "Wir können über allen Arten von Politik reden - wenn aber am Ende die nicht da sind, die die kurzfristigewn Programme ausführen, nützt das ganze Reden gar nichts," kritisierte Wulff, der dafür plädierte, den "Demographie-Knick wieder nach oben zu bewegen" und gleichzeitig eine neue "Denkungsart" forderte: Wenn ein Passant in der Fußgäberzone eine Frau mit drei Kindern als einen "bedauerlichen Sozialfall" bezeichnete, dann sei das vollkommen inakzeptabel.

    Für einen Paradigmen-Wechsel warb Wulff dann auch in Sachen allgemeiner Einstellung, indem er mehr Optimismus forderte - oder "wünschen Sie sich morgens am Frühstückstisch einen nörgelnden Pessimisten?" Und gleichzeitig forderte der emeritierte Jurist mehr Bildung - eine "Investition, die letztlich ein Vermögensbefund" sei.

    Breiten Raum nahm schließlich das Plädoyer des 76-Jährigen für einen neuen Patriotismus ein. Die "zwölf schrecklichen Jahre" (von 1933 bis 1945) seien schließlich nicht die ganze Geschichte Deutschlands, so Wulff, der an die zahllosen deutschen Beiträge in Sachen Musik, Literatur oder Philosophie erinnerte und am Ende seiner Ausführungen forderte: "Es lebe unser geliebtes deutsches Vaterland." Foto: km

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