HANNOVER (bb). Große Hoffnung hat das erfolgreiche Spiel gegen den 1. FC Nürnberg im Anhang der Roten geweckt. Die 96er holten in der erste Partie unter Trainer Andreas Bergmann nicht nur drei Punkte, sondern wussten bei dem 2:0-Sieg auch spielerisch zu überzeugen. Im Heimspiel am Sonnabend wartet mit der TSG Hoffenheim allerdings ein Gegner ganz anderen Kalibers.
Es war ein rundum geglückter Auftakt im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Trainer Dieter Hecking, der die Fans in gute Laune versetzte. Die 96er zeigten sich im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg in nahezu allen Belangen überlegen, besiegten den Aufsteiger vollauf verdient mit 2:0. Auch wenn beim schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff nicht alles fehlerfrei klappte, die Hannoveraner dominierten die Gastgeber. Glanzpunkte setzte Jiri Stajner nicht nur mit seinen zwei Treffern, der Stürmer präsentierte sich sehr lauf- und spielfreudig, war in der Offensive fast überall zu finden. Auch vom vergebenen Elfmeter ließ sich der Tscheche ebenso wie das gesamte Team nicht aus der Bahn werfen, machte mit dem 2:0 in der Endphase den Sieg perfekt.
Den Erfolg am Trainerwechsel festzumachen, greift zu kurz. Auch in der Partie gegen Nürnberg bewies sich, dass die Transfertätigkeit des Duos Hecking/Schmadtke im Vorfeld der Saison durchaus Früchte trägt. Der von Leverkusen geholte Karim Haggui erwies sich wie in den Partien zuvor als stabiler Baustein im Abwehrzentrum. Constant Djakpa auf dem linken Flügel und Didier Ya Konan als zweite Spitze sorgten für viel Schwung im 96-Spiel. Die Roten hätten höchstwahrscheinlich auch unter Hecking in Nürnberg gewonnen, deutlich war zu bemerken, dass die Aufsteiger noch einige Anpassungsprobleme an den Alltag in der 1. Bundesliga haben. Trotzdem war es ein Einstand nach Maß für Interimstrainer Andreas Bergmann. Natürlich blieben dem bisherigen U23-Trainer in der Kürze der Zeit wenig Gestaltungsmöglichkeiten, aber zumindest gelang es ihm, trotz der Unruhe dem Team eine optimistische Grundhaltung zu vermitteln. Die Mannschaft präsentierten sich gedanklich frisch, engagiert und schwungvoll. Auch die Maßnahme, Konstantin Rausch wieder als linkes Glied der Viererkette zu bringen und Djakpa dafür eine Position nach vorn zu ziehen, erwies sich als gelungene Umstellung. Außerdem dürfte sich ein weiterer Effekt positiv auswirken, der mit jedem Trainerwechsel verbunden ist. Spieler die bisher hintenanstanden, wittern jetzt wieder ihre Chance und werden sich mit neuer Motivation in Training und Wettkampf präsentieren.
Ob der Aufschwung von Nürnberg jedoch von Dauer ist, wird sich jetzt am kommenden Sonnabend in Hannover zeigen. Im um 15.30 Uhr startenden Spiel werden die Roten mit der TSG Hoffenheim einem Gegner ganz anderen Kalibers gegenüber stehen. Die Hoffenheimer starteten zwar in dieser Serie nicht so furios wie in der Vorsaison, stehen mit zwei Punkten in der Tabelle sogar hinter 96. Es ist jedoch bereits eine Steigerung der Leistungen des Teams von Ralf Rangnick erkennbar. Mit nahezu perfekten Pressing werden die Hoffenheimer den Aufbau für 96 sehr schwer machen. Am vergangenen Wochenende beherrscht das Team die betont defensiv eingestellten Schalker mit seiner laufintensiven und aggressiven Spielweise, in der Offensive fehlte jedoch noch die aus der vergangenen Serie bekannte Präzision. So endete die Partie mit 0:0. Die 96er sollten hoffen, dass die Hoffenheimer bis Sonnabend ihre Durchschlagskraft vor dem Tor noch nicht deutlich verbessern.