LANDKREIS/SÜLBECK (bb). Rund 50 Entscheidungsträger aus Unternehmen des Wirtschaftsraumes Weserbergland haben sich auf Einladung der Weserbergland AG zum 7. Unternehmerfrühstück getroffen, um in entspannter Atmosphäre Kontakte zu knüpfen und Informationen auszutauschen. Thema der Zusammenkunft bei der Firma Dieckmann Seeds in Sülbeck war die Nutzung des Innovationspotentials und die Verbesserung des Materialeinsatzes in den Betrieben.
Der Vorstand der Weserbergland AG Hans-Ulrich Born betont, dass es in jedem Unternehmen innovative Ansätze gibt.
Johannes Dieckmann, Gastgeber beim 7. Unternehmerfrühstück der Weserbergland AG, stellt sein Unternehmen Dieckmann Seeds vor.
Hans-Ulrich Born, Vorstand der Weserbergland AG erklärte zur Begrüßung: "Wir bringen hier bewusst im ländlichen Raum Wirtschaft und Landwirtschaft zusammen und das zum Thema "Innovation". Anschließend stellte Firmeninhaber Johannes Dieckmann sein mittelständisches Saatgut- und Pflanzenzuchtunternehmen vor. Dieckmann hob hervor, dass das in 32 Ländern aktive Unternehmen auf hohe Innovationsfähigkeit angewiesen ist, um sich im Markt zu behaupten. Es entwickelt Saatgut für den Anbau von Raps, Roggen, Weizen und Gerste, auf konventionellem Weg, ohne einen Gen-Transfer vorzunehmen. Es ist eine spezialisierte Forschung auf höchstem Niveau nötig, um Saatgut passend für die jeweiligen Anbauregionen etwa in Polen, Russland oder Skandinavien immer weiter zu optimieren. Anschließend führte Monika Opitz vom RKW Nord (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft) in das Gebiet des Materialeinsatzes in kleinen und mittleren Unternehmen ein. Opitz machte an Beispielen klar, wie gewinnbringend es sein kann, den Materialeinsatz effizienter zu gestalten. Statistisch müsste beispielsweise bei einer Umsatzrendite von 3% das Unternehmen seinen Umsatz um 42% steigern, um den gleichen Gewinn wie durch eine Materialkostenreduzierung von 3% zu erzielen. Ein entsprechendes Förderprogramm soll nun von kleinen und mittleren Unternehmen in Weserbergland genutzt werden. "Gerade in der Krise ist es besser, an Material als am Personal zu sparen," so Opitz. Den vom Hausherrn Dieckmann herausgestellten Vorsprung durch Innovation griff Referentin Anke Giers vom Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH) auf. Nach einer Kurzvorstellung des PZH präsentierte Giers das gerade angelaufene Projekt "InnoRegion Weserbergland plus" - Innovationsmanagement für kleine Unternehmen. Die Weserbergland AG und PZH als Kooperationspartner haben sich als Modellregion in den alten Bundesländern beworben und vom Bundeswirtschaftsministerium den Zuschlag erhalten. "Wir haben ein interdisziplinäres Team aufgestellt, das Ihr Unternehmen von der Initialberatung über Machbarkeitsstudien bis hin zum Projektmanagement strukturiert begleiten kann," so Giers. Attraktive und bewusst "einfache" Impulsförderung rundet das Angebot ab. Der Vorstand der Weserbergland AG Hans-Ulrich Born betonte in der abschließenden Diskussion: "Bei näherer Betrachtung gibt es in nahezu jedem Unternehmen innovative Ansätze zur Produkt- oder Prozessentwicklung, deren strukturierte Weiterverfolgung lohnenswert sein kann." Foto: bb